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von Brigitta Hochuli, 05.09.2015

Keine Angst mehr vor dem Wolf

Keine Angst mehr vor dem Wolf
Cover von Omamas uralter Schallplatte "Peter und der Wolf" mit den Berliner Philharmonikern und Sprecher Mathias Wieman; Deutsche Grammophon Gesellschaft | © ho

Brigitta Hochuli

Omama war mit der Enkelin in der Tonhalle St. Gallen. Dort wurde im Rahmen der Schulangebote des Theaters Prokofjews „Peter und der Wolf“ gespielt. Sie werden indirekt auch vom Kanton Thurgau unterstützt.

Zugegeben, die Geschichte hat die knapp Dreijährige überfordert und zunächst verängstigt, es gab sogar Tränchen. Erst nach mehrmaligem Erzählen war das Schreckenspotenzial so weit abgeschwächt, dass der Wolf nicht mehr bös und die Jäger nicht mehr gewalttätig schienen. Dummerweise hat Grossmutters uralte Schallplatte mit den Berliner Philharmonikern genau an jener Stelle einen Sprung, an der die drei Hörner fortissime grösstes Unheil ankündigen.

Zum Glück hat das Sinfonieorchester St.Gallen, haben Kommunikator Karl Schimke, Dirigent Attilio Tomasello und Erzählerin Pamela Dürr dem KInd die Furcht genommen. Angefangen beim Anstehen an der Kasse, dann beim Warten im grossen Foyer inmitten von unzähligen Primarschulklassen, schliesslich beim erwartungsvollen Blick von der Galerie ins Parterre passierte ja so einiges beim Besuch dieser Tonhalle. Da ging der böse Wolf schnell einmal vergessen. Musik baut Angst ab, und Omama hat mit Sergej Prokofjews wunderbarer Märchenmusik nun mehrere Ohrwürmer.

Grosser KInderapplaus für das Sinfonieorchester St. Gallen sowie Erzählerin Pamela Dürr und Dirigent Attilio Tomasello (rechts auf der Bühne). Bilder: Brigitta Hochuli

 

Partner

Im laufenden Jahr zahle Der Kanton Thurgau 1 605 381 Franken an den kulturellen Lastenausgleich St. Gallen, erklärt die Thurgauer Kulturamtchefin Martha Monstein auf Anfrage. Rechnungssteller sei der Kanton St. Gallen, nicht das Theater St. Gallen. Die entsprechende „Vereinbarung über die interkantonale Zusammenarbeit und den Lastenausgleich im Bereich der Kultureinrichtungen von überregionaler Bedeutung“ sei seit Januar 2011 in Kraft. Konkret sei das Theater St. Gallen diese überregionale Kultureinrichtung. Der Thurgau finanziere also nur indirekt Schulangebote des Theaters St. Gallen.

 

Beim Projekt Ostschweizer Schultheatertage, welches von den Kulturämtern TG, SG und AR separat mitfinanziert werde, sei das Theater St. Gallen Partner. „Von dieser Partnerschaft profitieren beide Seiten“, sagt Martha Monstein. Angekündigt wurde die Aufführung von „Peter und der Wolf“ auch auf der schulischen Kulturvermittlungsplattform Ostschweiz kklick.ch. Diese Plattform sei das Ergebnis der guten Zusammenarbeit der Kulturämter Thurgau, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden. (ho)

 

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