von Brigitta Hochuli, 28.06.2011
Palaver

Die Debatte Nº 4 der Kunstgesellschaft Thurgau hatte in der Kartause die richtige Kulisse. Sie war kühl und passte nach einem Hitzetag zum Thema „weggespült - hergeschwemmt“.
Anja Tobler schrieb zuhanden der gut 20köpfigen Runde aus Berlin und berichtete von Zufällen. Christoph Rütimann stellte Kunst in den Kontext von Kantonen, Stadt, Land, Politik, Geld und Bologna-Reform. Muda Mathis erklärte, warum sie in Basel lebt. Alex Meszmer, warum er im Thurgau eine Kulturhauptstadt gegründet hat. Jean Grädel schwärmte von einem Reisejahr als Regieassistent.
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Darum ging‘s: Ums Reisen und Heimkehren und um die Ursache dafür, dass Kulturschaffende den Kanton verlassen oder hier bleiben. Klaus Hersche, der Beauftragte der Stiftung, wünscht sich darüber ein Palaver im Sinn eines Streitgesprächs. Es soll in der Debatte Nº 5 am 29. August in Pfyn eine Fortsetzung finden.
Vermisst wurde die Präsenz der Jungen. Aber zum Glück schreiben sie ja. Wie die Schauspielerin Anja Tobler aus Berlin oder die Slam-Poetin Lara Stoll in der „Thurgauer Zeitung“. In der Kolumne „Ostblock“ leidet sie unter den Auswüchsen des Winterthurer Albanifests.Sie lobt ihren Thurgau: „Da bin ich doch hin und wieder froh drum.“ Und der junge Filmer Humbi Entress sagt im Interview mit thurgaukultur.ch: „Ich finde den Thurgau schön, aber mich zieht es ein wenig weiter. Eventuell gehe ich im November an den Südpol.“
Berlin, Winterthur, der Südpol. Die Jungen entfalten sich anderswo. Zu den Gründen braucht es möglicherweise mehr als ein Palaver. Oder vielleicht liegen sie ja auf der Hand. (ho)

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