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06.10.2026

Mit Berliner Schnauze auf den Kabarett-Olymp

Mit Berliner Schnauze auf den Kabarett-Olymp
Erhält den vielleicht renommiertesten Kleinkunstpreis des deutschsprachigen Raums: Judith Bach wird mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet. | © zVg

Gerade hat sie zweimal hintereinander das Frauenfelder Eisenwerk ausverkauft, jetzt erhält die Schauspielerin und Kleinkünstlerin Judith Bach den renommierten Salzburger Stier 2027. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)

In den vergangenen Jahren war Judith Bach auch oft auf Thurgauer Bühnen zu sehen. Beim „Prometheus“ im See-Burgtheater zum Beispiel, mit „Love Letters“ an der Seite von Giuseppe Spina in der Theaterwerkstatt Gleis 5, bei der Krönung in Aadorf oder auch als Dolly im Musical „Hello Dolly“ auf der Bühne der Operette Sirnach. Ihren Chansonkabarettabend „Streuselkuchen“ spielte sie sogar gerade erst im September zweimal vor ausverkauftem Haus im Frauenfelder Eisenwerk. 

Dass Judith Bach nicht nur die Thurgauer:innen begeisterte, konnte man da längst ahnen. Dass sie nun den Salzburger Stier erhält, eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschsprachigen Kabarett und Kleinkunst, unterstreicht welch Ausnahmekünstlerin Judith Bach ist. 

 

Sorgte für Spass auf der Bühne bei der Krönung in Aadorf: Modeatorin Judith Bach. Bild: Elke Reinauer

Wie ihre Karriere begann

«Aus lauter Lebenslust» hiess 2018 ihr erstes Soloprogramm. Als erfolgreiche Absolventin der Scuola Dimitri trägt Judith Bachs Bühnenfigur Claire eine Art Clownskostüm: rutschender Rock, rote Krawatte und abstehende Haare, als hätte sie in eine Steckdose gefasst. In Wahrheit ist ihre Claire inspiriert von Claire Waldoff, einer emanzipierten deutschen Volkssängerin der 20-er Jahre. „Das Clowneske ist Judith Bachs unbändiger Spielfreude geschuldet. Wer sie auf der Bühne sieht, versteht, hier sprengt die Kreativität alle Genregrenzen“, heisst es auf der Internetseite des Salzburger Stiers.

 

Den Grundstein für ihre Solo-Karriere legte Judith Bach demnach mit dem Duo «Luna-Tic»: In mittlerweile fünf abendfüllenden Bühnenproduktionen spielte sie sich seit 2006 mit ihrer Studienkollegin, der Schauspielerin und Sängerin Stéfanie Lang, direkt ins Herz der Kleintheaterszene. Aus bekannten Liedern wurden Feuerwerke von Missverständnissen und Liebeserklärungen, aus dem klassischen Tragödienstoff «Antigone» ein Kampf ums Happy End.

 

Love Letters in der Theaterwerkstatt Gleis 5: Judith Bach und Giuseppe Spina sind Melissa und Andy, die sich ihre Liebe vorlesen.

Was die Jury über ihre Arbeit schreibt

Doch wie im antiken Drama kennt auch das Leben den Tod. Der Tod von Judith Bachs Grossmutter inspirierte die Enkelin zu einer Solo-Karriere mit mittlerweile drei enorm textstarken Abenden zu «Oma Fritz». „Hier entfaltet Judith Bach als «Claire alleene» die ganze Palette ihrer Bühnenkunst: Zugespitztes Erzählen, Pointen der Trauer, Lieder und humoristische Blitzlichter auf unsere Gesellschaft zwischen Deutschland und der Schweiz“, schreibt die Jury. Die Preisverleihung findet am 7. und 8. Mai im Volkshaus Meiningen statt.

Video: Judith Bach als Claire

Mehr über Judith Bach

Die in 1983 in Berlin geborene Judith Bach hat ihre Kindheit zuerst in einem kleinen Dorf bei Köln, sowie in Südafrika verbracht, wo sie in Kapstadt ein Internat besuchte. Seit sie acht Jahre alt ist, möchte sie auf die Bühne, arbeitete zeitweise sogar als Barpianistin in Sardinien
Mit dem Schauspieldiplom der Scuola Dimitri (2006) im Rucksack, gründet sie zusammen mit Stéfanie Lang das Duo Luna-Tic. Seither touren sie erfolgreich als Claire und Olli durch die grosse Welt der Kleinkunstszene, mittlerweile mit vier verschiedenen Programmen.

 

Spielerfahrungen sammelt Judith Bach unter anderem mit der Wanderbühne Dr Eisenbarth, Compagnia Dimitri, der „Luschtiger Dienstag-Crew“. Unter der Regie von Giuseppe Spina ist sie als Wilhelmine Giesecke „Im weissen Rössl“ und als Dolly in „Hello Dolly“ (Produktionen der Operette Sirnach) mit dabei. 2018 tritt sie als Claire alleene mit ihrem ersten Soloprogramm „Aus lauter Lebenslust“ (Regie: Cornelia Montani) auf.

 

Vier Jahre und viele Kleinkunstbühnen später feiert sie mit „ENDLICH - ein Stück für immer“ (Regie: Cornelia Montani / Paul Steinmann) Premiere und gewinnt damit im April 2024 die Tuttlinger Krähe. Sie lebt mit ihrem Mann im Tösstal, steht nach eigenen Angaben gern früh auf, geht meistens fast immer lieber zu Fuss und freut sich, wenn jemand gut kochen kann. Quelle: https://www.judithbach.net/vita/  

 



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