von Brigitta Hochuli, 09.07.2013
Kulturstiftung mit neuen Facetten

Sie ist umgezogen, hat eine neue Stiftungsrätin und eine neue Büromitarbeiterin und bekommt eine neue Webseite. Die Kulturstiftung des Kantons Thurgau gibt sich am Sitz in Frauenfeld einen neuen Schliff.
Brigitta Hochuli
Noch sind Kisten auszupacken, aber an der Lindenstrasse 12 gleich neben dem Cinema Luna fühlt man sich nach einer Woche bereits wohl. Das neue Domizil der Kulturstiftung kann sich sehen lassen. Es gibt viel mehr Platz als während der 20 Jahre im Eisenwerk, Platz für Sitzungen, für Begegnungen, für eine Dokumentationsecke mit Lounge und sogar für eine Küche. Stiftungsrat Carlo Parolari hatte letzten November den Vorschlag zum Umzug gemacht. Die Monatsmiete erhöht sich von 540 auf 1750 Franken.
Zuerst das Fest
Einher mit dem neuen äusseren Schliff gehen einige Änderungen, die die Kulturstiftung näher zum Publikum bringen sollen. Das beginnt mit der Einweihung des Büros am 16. August, die man mit dem Quartierfest koordinieren möchte. Das beinhaltet auch offene Türen und das gemütliche Tagen im Freien auf dem Vorplatz zum Pärklein hin, in dem ganz gerne auch gefeiert wird.
Jährlich ein Bericht
Zum neuen Schliff passt zudem eine neue Webseite, gemäss Stiftungsmitarbeiterin Caroline Minjolle mit mehr Informationen, erstellt von der Zürcher Feinheit GmbH; am Mittwoch soll sie aufgeschaltet werden. Neu wird auch der Rechenschaftsbericht nicht mehr nur alle vier Jahre, sondern jährlich erstellt werden. Der Umzug bedeute nicht nur neue Tische, sondern auch eine neue Philosophie, sagt der Stiftungsbeauftragte Klaus Hersche. Man wolle weg von der diskret reaktiven Förderpraxis und zugänglicher werden.
Zwei neue Gesichter
Neue Facetten bedeuten auch neue Gesichter. Im Stftungsrat löst wie bereits berichtet die Sopranistin Irina Ungureanu den Germanisten Stefan Keller ab. Einer ihrer Schwerpunkte ist Neue Musik, worüber sich vor allem Stiftungsratspräsidentin Claudia Rüegg freut, die ebenfalls Musikerin ist. Ungureanu will bei den Gesuchen versuchen abzuschätzen, wie sich Projekte auf die Thurgauer Musikszene auswirken und wie sich Neues in sie einfügt.
Einschneidend wird nach 15 Jahren der Wechsel von Brigitte Conrad zu Silvia Jenny im Stiftungsbüro sein. Silvia Jenni ist 57 Jahre alt, gelernte Buchhändlerin mit Weiterbildung in Informations- und Dokumentationswesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur. Zuletzt arbeitete sie in der Kantonsbibliothek Frauenfeld und im Münzkabinett der Stadt Winterthur.
Bodmanhaus geht mit
Für Brigitte Conrad ist der Zeitpunkt zum freiwillig gewählten Aufhören genau richtig. Froh ist sie, ihre Aufgaben für das Bodmanhaus Gottlieben „mitnehmen“ zu können, die sie ausbauen möchte. Zudem wird sie sich in der kulturellen Freiwilligenarbeit, zum Beispiel bei der VHS Weinfelden und weiterhin beim Jazzfestival Generations engagieren. Conrads Leistungen sind unschätzbar, ihr Wissen wird fehlen. Ein Aufhebens darf man aber nicht machen, eine Würdigung behält sie sich ausdrücklich vor.

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