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von Brigitta Hochuli, 10.07.2014

„Grönland“ im „Phönix“

„Grönland“ im „Phönix“
Hanna Scheuring bei einer Probe für "Grönland" | © Videoausschnitt/ho

Brigitta Hochuli

Warum Grönland? „Grönland“ ist eine Metapher, sagt Hansjörg Schertenleib, der Autor des Stücks. Eine Metapher für das Leben: „Wenn einer will, dass es in Grönland heiss ist, dann ist es das auch.“ Nach Grönland will im Stück der soeben an Krebs verstorbene Mann von Anna (Hanna Scheuring). Oder wollte. Aus dem Off ist die Stimme des toten Thomas zu hören. Auf Band gesprochen hat Norbert Schwientek: „Der Schnee wird mir ein gutes Lager sein.“

Video:


 

Am Dienstag, 21. September, ist Uraufführung im Phönix Theater Steckborn. Regie führt Jean Grädel. Sieben Wochen hat er mit Hanna Scheuring probiert, ein Luxus für eine Low-Budget-Produktion wie diese. Geld habe es wenig gegeben, die meisten hätten abgesagt. „Doch die Leidenschaft war grösser als der Hunger“.

Leidenschaft für ein schwieriges Thema. Alle Beteiligten haben ihre eigenen Erfahrungen mit dem Tod eines geliebten Menschen. „Ziel war“, erklärt Schertenleib, „das Thema so leicht wie möglich zu behandeln.“ Anna steht unter Schock - und beginnt sich zu erinnern. Auch an Ärgerliches oder Lustiges oder Fröhliches. „Sie redet sich Leben unter die Füsse.“ Hanna Scheuring hat einst die Vreni in der Fernseh-Sitcom „Fascht e Familie“ gespielt. Die Rolle hat sie weit hinter sich gelassen. Ihr Spiel in „Grönland“ hat Tiefe. Und irgendwie merkt man, dass ihr Hansjörg Schertenleib das Stück auf den Leib geschrieben hat. Die beiden sind ein Liebespaar. Sie leben, wann immer es geht, in Irland. Dort gehe man mit dem Tod anders um als hier, sagt Schertenleib. Dort habe die Totenwache etwas Organisches.

Warum dann Steckborn? Regisseur, Autor und Schauspielerin singen ein Loblied auf die Provinz. „Zürich ist nicht der Nabel der Welt“, sagt Jean Grädel, der zwei Jahrzehnte lang dort gearbeitet hat. „Im Thurgau spielen wir in einer Landschaft, in der sich das Publikum für uns interessiert und die Medien begleiten uns.“ Auf verquere zeitgenössische Experimente könne er hier verzichten.

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Die Aufführung dauert 65 Minuten und wird im Thurgau am 21./22.9. in Steckborn und am 17.12. im Kreuzlinger Theater an der Grenze gespielt.

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