von Brigitta Hochuli, 09.04.2011
DREI FRAGEN AN...

... Gerda und René Imesch, Co-Präsidenten des Gönnervereins, zum Kreuzlinger See-Brugtheater und einer (unideologischen) Seebühne als Marke der Stadt.
Brigitta Hochuli
Frau Imesch, Herr Imesch, das See-Burgtheater spielt dieses Jahr zwar nicht auf dem See, aber doch zumindest am Ufer des Kreuzlinger Seeburgparks. Das ermöglicht auch einen lustigen Schauspieler-Sturz übers Geländer und einen Plumps ins Wasser. Freuen Sie sich auf Nestroys Posse „Der Zerrissene“?
Imesch: Zusammen mit unserem Regisseur Leopold Huber haben wir uns darüber geärgert, dass wir die Rechte für "Asterix bei den Schweizern" nicht erhalten haben. Jetzt freuen wir uns auf die Aufführung von Johann Nestroy. Wir sind überzeugt, dass es Leopold Huber einmal mehr gelingen wird, eine faszinierende Inszenierung auf die Bühne zu bringen, in welcher Bezüge auf das aktuelle Geschehen nicht fehlen werden.
Ihr Gönnerverein hat einmal Unterschriften für eine feste Seebühne gesammelt. Jetzt scheint daraus am jetzigen Standort nichts zu werden. Ein neuer Gestaltungsplan ab 2013 soll Bühnen-Aktivitäten nur ausserhalb der Ruhezone erlauben. Sind Sie enttäuscht?
Imesch: Wir vom Vorstand des Gönnervereins See-Burgtheater haben während der Aufführungen im Sommer 2010 die Besucherinnen und Besucher gefragt: "Wollen Sie eine Seebühne für Kreuzlingen?" – Mehr als 600 haben mit ihrer Unterschrift bestätigt, dass eine Seebühne für Kreuzlingen sehr erwünscht sei. In der Zwischenzeit haben Gespräche mit Verantwortlichen der Stadt Kreuzlingen stattgefunden. Detailliert wurden mögliche Spielorte am See untersucht. Wir durften zu den Varianten unsere Meinung äussern. Wir sind uns einerseits mit den Verantwortlichen der Stadt einig darüber, dass der Seeburgpark und insbesondere der Uferbereich nicht zu einem beliebigen Rummelplatz verkommen dürfen. Andererseits handelt es sich beim See-Burgtheater um eine wichtige kulturelle Institution der Region Kreuzlingen. Das See-Burgtheater beweist seit mehr als zwanzig Jahren, dass es in der Lage ist, Jahr für Jahr hervorragende, weit über die Region hinaus wirkende Stücke auf die Bühne zu bringen. Die Stadt Kreuzlingen, eine Stadt am See, könnte doch eine kleine Seebühne zu ihrem Markenzeichen machen! Wir hoffen, dass sich die Kreuzlinger Politikerinnen und Politiker zum See-Burgtheater bekennen und den Mut zu klaren Entscheiden, zum Beispiel zur Bewilligung von Sondergenehmigungen, haben, sodass auch in Zukunft am See Theater gespielt werden kann.
Was unternehmen Sie jetzt? Sammeln Sie statt Unterschriften wie dereinst angekündigt Geld für einen Bühnenbau beim Yachthafen?
Imesch: Wir werden die Diskussionen um den Gesamtgestaltungsplan verfolgen und alles unternehmen, dass die Anliegen des See-Burgtheaters ernst genommen und berücksichtigt werden und nicht einem sturen, von Ideologie geprägten Denken und Handeln unterliegen. Was wir allenfalls weiter unternehmen werden, wird vom Vorstand diskutiert und entschieden.

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