von Brigitta Hochuli, 20.01.2013
Wo der Freude sanfter Flügel weilt

Brigitta Hochuli
Wo der Freude sanfter Flügel weilt, da war am Wochenende der kulturelle Thurgau. Es gibt hier ja Orte, an denen man viele Stunden lang verweilen und von bildender Kunst über Pop oder von klassischer und romantischer Klaviermusik bis hin zur Malerei und zum klösterlichen Film ganz eintauchen kann in die geistige Erbauung.
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Über den Kunstnacht(floh)markt und das Heidi Happy-Konzert haben wir am Samstag bereits berichtet. Das Eisenwerk ist Ort der Vielfalt. Hier kann man sich wie in der Kartause Ittingen Zeit lassen. Dort habe ich fast den ganzen Sonntag verbracht: am Morgen das Konzert der russischen Pianistin Varvara, die kurzfristig eingesprungen war und sich als Glücksfall erwies – mit lange nicht Gehörtem wie Mozarts Variationen „Ah, vous dirai-je, maman“ in wunderbarer neuer Frische, Chopins dritte und vierte Ballade, Brahms‘ Verneigung vor dem Walzerkönig Johann Strauss und die schwere 2. Kalviersonate von Schumann. Der Saal war voll, wie immer in der Reihe Ittinger Sonntagskonzerte, genauso wie danach das Restaurant Mühle. (Am Kunstnacht(floh)markt gab‘s übrigens feinen Risotto).
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Danach ein paar Schritte ins Kunstmuseum. Dort hängen bis Ende März ja die Bilder von Willi Oertig, dessen „ganz besondere Ausschnitte der Landschaft“ ein Vater seinem Buben liebevoll erklärte. Ein grosser, inhaltsreicher Bildband zur Ausstellung wird noch zu lesen und besprechen sein. Genauso wie das Buch zum vierstündigen „Film der Antworten“, einem Kunstwerk von Peggy und Thomas Henke (bis 14 April). Hier sassen einige lange und still wie im Kloster. Was die Nonnen auf Fragen zu ihrem schwierigen Verhältnis zu Gott, zum Tod, aber auch zur oben zitierten Freude zu sagen haben – mögen es sich viele zu Gemüt führen.

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