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von Brigitta Hochuli, 23.01.2013

Turmhof Steckborn: „Kulturzentrum gestorben“

Turmhof Steckborn: „Kulturzentrum gestorben“
Robert Fürer, Alfred Muggli, Dagmar Diener, Sven Bradke, Andrea Hess und Roger Forrer (v.l.) im Studio des Lokalfernsehens Steckborn. | © Brigitta Hochuli

Nach einem runden Tisch präsentiert die Stiftung Turmhof Steckborn eine neue Lösung ohne Neubauten. Das Kulturzentrum am Untersee sei gestorben, sagt Präsident Alfred Muggli. Die Heimatvereinigung soll nun mehr Raum für das Museum bekommen.

Brigitta Hochuli

Die Stiftungsräte Roger Forrer (Stadtammann), Sven Bradke (Vorsitz Runder Tisch), Alfred Muggli (Präsident), Robert Fürer (Vizepräsident), die Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Dagmar Diener und Stadträtin Andrea Hess hatten am 12. Januar in der Kartause Ittingen die Vergangenheit aufgearbeitet und Lösungen besprochen. Heute informierten sie, gefilmt vom Lokalfernsehen Steckborn, über die Resultate. Die Heimatvereinigung als Betreiberin des Heimatmuseums, deren Vertreter dem Runden Tisch ferngeblieben waren, wurde gestern orientiert. Ihre Reaktion ist noch nicht bekannt.

● Auf Abbruch und Neubau von Wasserwerk und Remise für eine Wirtschaft und einen Mehrzwecksaal soll verzichtet werden. Diese bestehenden Gebäude sollen für die Infrastruktur des Areals (Toiletten, Heizzentrale etc.) genutzt werden.

● Das diesen Gebäuden vorgelagerte Kaufhaus an der Seestrasse soll im Erdgeschoss für einen Ausstellungsraum des Heimatmuseums genutzt werden. Im ehemaligen Optikergeschäft soll ein Museums-Schaufenster einladend wirken.

● Ausserhalb des Turmhofs, dem heutigen bereits renovierten Foyer vorgelagert, soll ein Lift für das Museum gebaut werden - eine baurechtliche Auflage für öffentliche Räume, wie Robert Fürer betont.

● Im Turm selber sollen Erd- und 1. Obergeschoss den Museumsbestand beherbergen.

● In den beiden strassenseitigen Liegenschaften und im Turmhof sollen zwecks Eigenwirtschaftlichkeit (Stiftungswille) insgesamt 800 Quadratmeter Wohnfläche vermietet werden. Im Vergleich dazu würden das Museum 450 und die Infrastruktur 400 Quadratmeter beanspruchen.

„Überrissen“

Ein Kulturkonzept werde es auch ohne neuen Mehrzwecksaal geben, sagt Robert Fürer. Auch der Beitrag von 1 Million Franken aus dem kantonalen Lotteriefonds sei nach Einreichen eines Museumskonzepts zu erwarten. Gemäss Alfred Muggli sind bisher 30‘000 Franken „in den Sand gesetzt“ worden. 1 Million Franken sei vom Stiftungskapital noch übrig. Muggli hofft, dass die Geste der Stiftung von der Heimatvereinigung honoriert werde, er verhehlt aber seine Enttäuschung nicht. „Das Kulturzentrum ist gestorben - ich sehe es so“, sagt er. Auch nach Ansicht des Stadtrats wird „das geplante Kulturkonzept nicht verwirklcht“. Es werde vom Stadtrat und von einem grossen Teil der Bevölkerung „als überrissen und mit grossen finanziellen Risiken verbunden betrachtet“.

Preisdiskussion in einem Monat

Gemäss Stadtammann Roger Forrer wird die Stiftung Turmhof schnellstmöglich einen Preisvorschlag für die Räume der Heimatvereinigung errechnen. Dieser Preis werde dann allen Parteien bekannt gegeben. In einem Monat sollen sie nochmals eingealden werden, um über den Vorschlag und den Preis zu diskutieren. Danach würden von den einzelnen Parteien schriftliche Stellungnahmen eingefordert.

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