von Brigitta Hochuli, 11.07.2012
Tierisch

Brigitta Hochuli
Auch Kultur kann tierisch sein.
❦ Der Maler Urs Graf hat gar kein Verständnis für das Thurgauer Apple-Logo. Es sei eine peinliche Kopie. Der Ermatinger plädiert für den Glockenapfel. Der sei zwar nicht so schön rot, entspreche aber von der spannenden, asymmetrischen Silhouette, von der Form her, viel eher dem Wesen des doch eher knorrigen Thurgauers. Und was entdecken wir auf dem Bild? EINEN WURM!
❦ Das Schnellleseblatt „20 minuten“ hatte es ebenfalls mit der Kunst. Es erklärte das in Romanshorn thronende „POKEMONARTIGE, GEHÖRNTE TIER“ Mocmoc von Com&com prompt zu einer der hässlichsten Skulpturen der Schweiz.
❦ In Konstanz machte eine ZIEGE Furore. Sie war in Victor Hugos „Glöckner von Notre-Dame“ zwar nicht die Hauptfigur, aber der heimliche Star. Was die St. Galler Puppenspielerin Rahel Wohlgensinger hinter ihrem Ziegenkostüm leiste, sei nicht mehr zu toppen. „Ganz grosse Kunst!“, schrieb der sonst so aufmüpfige „seeMoz“.
❦ Wenig Verständnis habe ich für den CHRETZER. Der sonst so kulturliebende Bodenseefisch und Kreuzlinger Kolumnist der „Thurgauer Zeitung“ vermisst nämlich den ganz grossen Fussball. Am 3. Juli gab er der Hoffnung Ausdruck, es fiele ihm für die 101 Wochen bis zur WM 2014 als Ersatz etwas ein.
Liebe Kulturfreundinnen und Kulturfreunde, mich freut‘s, wenn auch SIE hier einen tierischen Gedanken äussern. Es würde unseren Sommer würzen. Der Zoo ist eröffnet!

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