von Brigitta Hochuli, 06.06.2012
Subversiv: "Madonna in der Wolle"

Unserer Korrespondentin Zora Debrunner war auf Betriebsausflug. Über dem Eingang zum Kunstmuseum sah sie Erstaunliches. Und twitterte flugs ein Instagram-Bild.
Was sind denn das für Ballone und überhaupt, wer ist eigentlich die Dame über der Eingangstür zu den Museen der Kartause Ittingen?
Die Antwort auf die Frage an Direktor Markus Landert liess nicht lange auf sich warten. „Die Ballone sind Wollknäuel, die Dame ist unsere Mutter Gottes, die immer da steht und den Eingang ins Kloster segnet.“ Neu sei, dass die Zürcher Künstlerin Marion Strunk die Maria gleichsam in Wollknäuel eingebettet habe, wodurch in Anlehnung an volksreligiöse Traditionen - Maria im Rosenhaag, Schutzmantelmadonna... - eine "Madonna in der Wolle" entstanden sei.
Diese ortsspezifische Arbeit sei Teil der Ausstellung "10'000 Stunden", in der noch weitere Werke von Marion Strunk zu sehen seien, betont Landert. „Marion Strunk vertritt in der Ausstellung zusammen mit Rosmarie Trockel eine Haltung, in der Techniken weiblicher Handarbeit als durchaus subversive Strategie im männlich dominierten Kunstgeschäft eingesetzt werden.“ (ho)
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Bis 30. September. 10'000 Stunden. Über Handwerk, Meisterschaft und Scheitern in der Kunst. Mehr dazu auf www.kunstmuseum.ch.

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