von Elke Reinauer, 14.10.2026
Phase Rot: Mundart-Rock mit Tiefgang

Seit 19 Jahren macht die Ostschweizer Band Phase Rot Mundart-Rock. Mit ihrer neuen Single «Summerseel» verbindet sie einen leichtfüssigen Sound mit Fragen über das Leben und das Vergehen. Das Release-Konzert findet am 23., Oktober, in Bürglen statt. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)
Den Dialekt muss bei dieser Band niemand verstecken, er ist ihr Programm. Phase Rot gibt es seit 19 Jahren. Ich treffe die Mundart-Band in ihrem Proberaum in Bürglen. Sie proben dort im SUN-Areal, in einem Kellerraum.
Man kommt rein und fühlt sich wie in einer Kellerbar: Rote und schwarze Farben dominieren, es gibt eine kleine gemütliche Theke mit Barhockern, Sofas und eine Sitzecke, an den Wänden hängen Plakate, ein Kinoplakat von «Pulp Fiction» fällt ins Auge.
Genau hier feiern sie am 23. Oktober das Release-Konzert ihrer neuen Single «Summerseel» und zeigen zum ersten Mal das dazugehörige Musikvideo.
Reinhören: So klingt der neue Song «Summerseel»
Video: Phase Rot in der Sendung Jukebox auf Tele Top am 14. August 2026
Die Band und ihre Geschichte
Zur Band gehören Sängerin Tamara Meier, Gitarrist Fabian Schafroth, Bassist Fabian Oberholzer und Schlagzeuger Beat Engel.
Die Geschichte, wie sich die Band gefunden hat, ist schon fast legendär: Fabian Schafroth stand mit seinen Kindern und der Familie am Gotthard im Stau. Auf einem Parkplatz fing er an, Gitarre zu spielen, um die Kinder zu unterhalten. Dort sprach ihn Tamara an, und spontan machten sie zusammen Musik auf dem Parkplatz. Es stellte sich heraus, dass sie wie er aus der Ostschweiz kommt und beide Musik machen. Der Grundstein für Phase Rot war gelegt.
Tamara arbeitet in der Altenpflege, die anderen in der Informatik oder als Betriebsleiter. Früher probten sie ganz locker und probierten sich hier und da an einem Konzert aus. Heute haben sie klarere Ziele: mehr Konzerte, mehr Planung für Social Media, mehr Sichtbarkeit.
Mundart, aber nicht geradlinig
Phase Rot macht Mundart-Rock, will sich aber nicht festlegen: Mal sind es Balladen, mal Einflüsse von Punk, die in ihre Musik einfliessen. «Wir sind nicht so geradlinig», sagt Tamara. Sie und Fabian Schafroth schreiben Texte und Songs gemeinsam.
Für «Summerseel» sassen sie an einem langen Tisch und fragten sich, wo das Leben hin ist. Beim ersten Hören kommt der Song leicht daher, beim zweiten nimmt man die tiefgründigen Themen wie Vergehen und Sterben wahr.
Warum Mundart? Im Schweizerdeutschen könne man die Kernaussage besser transportieren, findet Fabian Oberholzer. Tamara ergänzt, die Leute sollen den Texten zulosen: Sie hören besser zu, weil sie es verstehen wollen. Sie selbst kann sich in Mundart authentischer ausdrücken, sagt sie.
Video: So klingen Phase Rot
Fans und Auftritte
Erstaunlicherweise hat die Band gerade im Kanton Glarus eine grosse Fangemeinde und trifft dort wohl einen Nerv, wie Fabian erzählt. Ansonsten ist das Publikum altersmässig gemischt, die Band spielt in der ganzen Ostschweiz. Ein Traum wäre, einmal am Openair St. Gallen aufzutreten. «Wir sind echt und mitreissend, die Songs nehmen die Leute mit auf eine Reise, und wir leben Vielfalt», sagt Tamara.
Zu dritt im Keller
An diesem Abend proben sie zu dritt, der Schlagzeuger ist noch in den Ferien. Für mich spielen sie die akustische Version von «Summerseel», die auch am Release zu hören sein wird. Zu ihrem Repertoire gehört auch der Song «Punk». Er fragt, wie das ist, wenn man älter wird und nicht mehr so lange ausgehen kann wie früher. Tamara ist das an sich selbst aufgefallen, und sie hat ein Lied daraus gemacht.
Wer Phase Rot live hören will: Am 23. Oktober, 20 Uhr, ist das Release-Konzert von «Summerseel» im Proberaum im SUN-Areal in Bürgeln. Dort feiert auch das Musikviedeo von «Summerseel»Premiere.

Von Elke Reinauer
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