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von Brigitta Hochuli, 19.01.2012

Kult

Kult
Was ist Kult im Thurgau? | © ho

Brigitta Hochuli

Die Basler „Tages Woche“ hat ein Dossier namens „Kultwerk“ eingeführt. Ziel sei ein Kanon der Kultkultur, von Musik bis Kunst, von Literatur bis Film. Zu den bereits gesammelten Kultwerken gehören zum Beispiel Damian Hirsts eingelegter Haifisch oder die Kultsendung „Dinner for one“.

Gibt es auch Kult und Kultwerke im Thurgau? Ist, was auf Star-Ebene gehoben wird, bereits Kult oder Kultwerk? Ist ein Plakat der kantonalen Wirtschaftsförderung Kultwerk, nur weil es am Regierungsgebäude hängt? Ist das Amriswiler Toma-Taxi ein Kultwerk, weil es an New York und dessen Museum of Modern Art Moma erinnert? Sind Napoleons III. Taten Kult, nur weil im gleichnamigen Museum ein ebensolcher daraus wird? Wie steht es mit der Operette Sirnach? Wie mit Generations oder den Lyriktagen? Haben oder hatten wir im Thurgau einen Kult-Ort?

Ich habe Thurgauerinnen und Thurgauer um die Preisgabe ihrer Kultwerke gebeten. Hier die ersten Antworten, auf deren Ergänzungen ich gespannt bin. Denn es gibt sie, die Kultwerke im Thurgau, auch wenn sie gerade im Verborgenen schlummern.

***

Martin Preisser, Kulturjournalist: „Gar nicht einfach, die Frage. Aber für mich sind es die Bilder, die Adolf Dietrich vom Untersee und von Berlingen gemalt hat.“

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Markus Schär, Journalist, Historiker und mit dem Buch „O Thurgau“ selber Verfasser eines Kultwerks: „,An einem Tag wie diesem‘, weil Peter Stamm damit Weinfelden in die deutsche Literatur schrieb.“

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Hans Ruedi Fischer (fis), Heimweh-Thurgauer und Stückeschreiber: “Unvergessen und unauslöschlich: Eine Herbst-Woche in einem Ittinger Mönchshäuschen Ende der 70er-Jahre, als ‘alles noch im Schwange war…’”

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Zora Debrunner, Bloggerin, Buchrezensentin und Sozial-Agogin: “Eigentlich sind es zwei Bilder von zwei verschiedenen Künstlern, betreffen aber dieselbe Region. Für mich symbolisieren sie die Schönheit des Kantons und den Widerhall darauf im Künstler.” Es handelt sich um je ein Bild von Adolf Dietrich (Winter am Untersee) und Hans Baumgartner (Seegfrörni).

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Eva Berger, Sängerin und Musikdozentin an der Pädagogischen Hochschule Thurgau in Kreuzlingen: Musik in den Klosterkirchen Münsterlingen, Fischingen, Kartause Ittingen und nicht zuletzt die alljährlichen Weihnachtskonzerte in der Klosterkirche St. Ulrich des Lehrerseminars, der heutigen Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen (bereits 1962 gab es hier ein Weihnachtskonzert). Vor dem Brand im Lesesaal und für geladene Gäste und die Lehrerschaft. Anschliessend nach dem Brand im evangelischen Kirchgemeindehaus. Hier könnte der Schritt zur allgemeinen öffentlichen Aufführung getan worden sein. – ‚O Thurgau, du Heimat, wie bist du so schön…’ (Text Johann Ulrich Bornhauser, Musik Johannes Wepf).”

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