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von Brigitta Hochuli, 13.03.2013

Kartause Ittingen: Scheiterturm im Bau!

Kartause Ittingen: Scheiterturm im Bau!
Noch steht erst das Innengerüst des Scheiterturms von Tadashi Kawamata. | © Brigitta Hochuli

Brigitta Hochuli

Geplant war die Installaltion des Log Towers von Tadashi Kawamata im Aussenraum der Kartause Ittingen als Ausweichmanöver während des Erweiterungsbaus des Kunstmuseums. Bekanntlich liegt das Projekt zurzeit aber auf Eis. Der Stiftungsrat Kartause Ittingen verfasst gemäss Auskunft von Kurator Heinz Scheidegger bis Mitte Monat März ein Dossier zuhanden der Regierung; darin werde eine Auflistung der bisherigen Fakten sowie von Vorschlägen vorgenommen. Heinz Scheidegger traf ich während der Besichtigung der Baustelle auf der Wiese ausserhalb der Klostermauer.

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Es mutet skurril an. Statt am Kunstmuseum wird an einem Scheiterturm gebaut! Rundum liegen Scheiterhaufen aus der hauseigenen Holzernte, als ob sie das Scheitern des Projekts dokumentieren sollten. Doch so war es natürlich nicht gedacht. Der Scheiterturm sei im Zusammenhang mit der Erweiterung des Kunstmuseums eine Auseinandersetzung mit dem Thema Bauen, sagt Museumsdirektor Markus Landert. Spannend sei, dass hier das Thema nicht primär von Seiten der Architektur angegangen werde, sondern eher ästhetisch grundsätzlich. „Schichten und stapeln, mauerbauen und türmen werden als strukturelle Aktivitäten auf ihre Ausdrucksmöglichkeiten untersucht.“

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Im Moment sind vom künftigen Log Tower erst das Innengerüst und ein Holzkran zu sehen. Vom eigentlichen Scheiterturm ist ein kleinerer unterer Teil geschichtet. Gerüst und Kran werden später entfernt. Bis zur Vernissage am 24. März soll der Turm dann gänzlich aus Scheitern errichtet und neun Meter hoch in den Himmel gewachsen sein!

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Tadashi Kawamata

Der 1953 geborene Japaner Tadashi Kawamata lebt heute in Paris, wo er als Professor an der Ecole des Beaux-Arts in Paris unterrichtet. Seine Konstruktionen wie Stege, Treppen und Hütten aus einfachsten Materialien wie etwa Holz oder Karton besetzen Häuserfassaden, Ufer und Wiesen. Sie werden spezifisch für den jeweiligen Ort ausgehend von dessen Geschichte und aktueller Nutzung entwickelt. So hat er Projekte auf der ganzen Welt realisiert, etwa im Schlosshof von Versailles, an der Biennale in Venedig oder auch in den Bäumen des Madison Square Park in New York. Auch in der Schweiz hat er u.a. in Zuoz, Zug und Uster bereits mehrere seiner Ideen umgesetzt. (pd)

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