von arttv, 25.08.2025
In feinen Linien – Othmar Eders zeichnerische Welt

Für sein feinsinniges Schaffen zwischen Naturbeobachtung und künstlerischer Poesie erhält Othmar Eder den Kulturpreis des Kantons Thurgau 2025. (Lesedauer: ca. 1 Minute)
Seine Kunst entsteht aus stiller Beobachtung: Schwarz-Weiss-Abbildungen aus alten Büchern, Naturstimmungen und Eindrücke von Wanderungen prägen seine Arbeiten. Der Mensch tritt dabei in den Hintergrund. Besonders fasziniert ihn die Welt der Urner Strahler, die er während eines Atelieraufenthalts in Göschenen intensiv erkundete. arttv.ch besuchte den diesjährigen Preisträger in seinem Atelier.
Beobachtungen im Alltag
Othmar Eders Werk ist vielfältig und breit. Seit vielen Jahren arbeitet der Stettfurter Künstler mit unterschiedlichen Materialien und Formaten. Sein Schaffen lässt sich in verschiedene Werkkörper gliedern: Zeichnungen, Objekte, Videos und Fotografien. Die Motive für seine Zeichnungen findet Othmar Eder in alten Zeitschriften, Büchern oder Fotografien vom Flohmarkt. Er trifft eine radikale Auswahl aus der Masse möglicher Bildmotive, vergrössert die Bilder und überträgt sie mithilfe von Kohlepapieren auf grossformatige Blätter. Othmar Eder nutzt auch die Videokamera, um alltägliche, scheinbar zufällige Situationen aufzunehmen.
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Unverkennbare Handschrift
Othmar Eder gilt als aufmerksamer Beobachter, der das Alltägliche, das Unscheinbare und das vermeintlich Nebensächliche in den Fokus rückt. So betrachtet er die unmittelbare Umgebung aus seiner persönlichen Wahrnehmung und übersetzt diese Beobachtungen in seine Kunst. Sein Augenmerk liegt auf Strukturen, Texturen und Subtilitäten. Othmar Eders Bilder zeigen oft wiederkehrende Motive, leicht variiert oder verfremdet. Die Zeitlichkeit spielt eine wichtige Rolle in seinem Werk. Er verfügt als Künstler über eine unverkennbare Handschrift, dennoch zeigt sich in seinem Werk eine stete Weiterentwicklung. Künstlerisch überragend und einzigartig sind seine oft grossformatigen subtilen Zeichnungen.
Kulturpreis des Kantons Thurgau
Othmar Eder wurde 1955 in Kufstein in Österreich geboren und studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 1982 lebt und arbeitet er in der Schweiz, seit 2001 in Stettfurt im Kanton Thurgau. Reisen führten ihn unter anderem nach Südamerika und sind wichtige Quellen seines Schaffens. Auch längere Aufenthalte in Lissabon oder Genua waren prägend für sein Werk. Unzählige Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und im näheren Ausland zeigten in den vergangenen Jahrzehnten sein breites und unablässiges Schaffen. Seine Arbeiten sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, so auch in der Sammlung des kantonalen Kunstmuseums mit Ankäufen von 2012 und 2021. Othmar Eder wird mit dem Thurgauer Kulturpreis 2025 für sein langjähriges, kontinuierliches Schaffen, seine ausserordentliche Wahrnehmungsgabe und seine Fähigkeit, diese Beobachtungen in Kunst zu übersetzen, sowie für die Vielfältigkeit und Ausdrucksstärke seines Werks ausgezeichnet.
(Textgrundlage: Kanton Thurgau)
Thurgauer Kulturpreis 2025 an Othmar Eder
Othmar Eder (*1955 in Kufstein, Österreich) studierte von 1977 bis 1982 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Seit 1982 lebt und arbeitet er in der Schweiz, seit 2001 in Stettfurt im Kanton Thurgau. In seiner künstlerischen Praxis setzt er verschiedene Medien ein – darunter Zeichnung, Video, Fotografie, Malerei und Objektkunst. Für sein vielseitiges künstlerisches Schaffen wird Othmar Eder mit dem Kulturpreis des Kantons Thurgau 2025 ausgezeichnet.
Unser Portrait von Othmar Eder gibt es hier.

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