Seite vorlesen

von Brigitta Hochuli, 12.06.2012

Im Thurgau Kultur machen

Im Thurgau Kultur machen
Kulturkampagne Thurgau. | © Marketing Thurgau Switzerland/See-Burgtheater/ho

Brigitta Hochuli

Als zukunftsträchtiger Kulturstandort ist der Thurgau ein attraktiver Platz und bietet beste Verwirklichungschancen – darauf liegt der Fokus der aktuellen Imagekampagne des Standortmarketings Thurgau. Und wer könnte diese Botschaft glaubwürdiger vermitteln als Menschen, die hier arbeiten und erfolgreich sind? Die aktuellen Massnahmen basieren auf der Vorjahreskampagne, die auf Menschen und ihre ganz persönlichen Botschaften setzt. Mit neuem Schwerpunkt und neuen Gesichtern vertritt sie nun die Hauptbotschaft: Der Thurgau ist ein Kanton, in dem man Kultur machen kann.

*

Persönlichkeiten, die es mit ihren Werken in der Thurgauer Kulturszene weit gebracht haben oder dank Kulturförderbeiträgen des Kantons oder kultureller Stiftungen und Trägervereine sowie des Kulturpreises am Anfang einer vielversprechenden Karriere stehen, sind die neuen Thurgauer Gesichter, die unter dem bewährten Kampagnenmotto erklären, warum sie den Thurgau mögen und hier erfolgreich sind.

*

Gut ausgebildete, qualifizierte Menschen aus dem Thurgau und den umliegenden Zentren soll die Kampagne ansprechen – und darauf aufmerksam machen, dass der Thurgau attraktive kulturelle Angebote zu bieten hat. Da es sich häufig um Pendlerinnen und Pendler in die Wirtschaftszentren handelt, holen die Werbemassnahmen die Zielgruppe dort ab, wo sie sich mindestens zweimal täglich aufhält: am Bahnhof und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Prominent tritt der Kulturkanton Thurgau am hoch frequentierten Hauptbahnhof Zürich auf: Ein Megaposter empfängt die Pendler direkt im Einfahrtsbereich. Kleinplakate sorgen in den Thurbo-Zügen und S-Bahnen für Thurgauer Kultur-Präsenz.

*

Die diesjährige Kampagne rückt den Thurgau als attraktiven und lebendigen Kulturplatz mit seinen vielen Top-Kulturinstitutionen in den Fokus. «Sie soll unterstreichen, dass der Thurgau den Kulturschaffenden und Kulturfreundinnen und -freunden in der Schweiz – sowohl aus der eigenen Region als
auch den umliegenden Kantonen – einiges zu bieten hat», erklärt die Regierungspräsidentin und Chefin des Departements für Erziehung und Kultur, Monika Knill.

*

P.S. Eine Mitteilung des kantonalen Informationsdienstes habe ich mit neuen Wörtern und einem neuen Namen auf kulturelle Bedürfnisse angepasst sowie leicht gekürzt, stilistisch aber nicht verändert. Klingt doch auch so nach Standortmarketing, oder etwa nicht?

***


Kommentar zu «Im Thurgau Kultur machen»

Daniel Badraun | 13.06.2012, 19.32 Uhr
Reingefallen. Ich habe es wirklich kurz geglaubt, habe dies unserem Kanton fast zugetraut. Es gibt ja schliesslich noch Wunder, und glauben ist wohl nicht verboten, oder? Dann habe ich mich gefragt, ob ‘unsere’ Kunst und ‘unsere’ Kulturschaffenden wirklich so gepuscht werden, wie zum Beispiel die Sporttalente, denen ich die Frühförderung wirklich von Herzen gönne, damit wir uns richtig verstehen!
Würden sich die Regierungsmitglieder und die Politikerinnen und Politiker im grossen Rat mit der einheimischen Kunst schmücken wollen und sie nach aussen tragen? Sie als Flaggschiff des Kantons bezeichnen? Auf Augenhöhe mit Stadler Rail, Conny Land und SIA?
Eben. Und da liegt der tote Hase begraben, dem nicht mal mehr ein Joseph Beuys die Kunst erklären könnte.

Kommt vor in diesen Ressorts

  • Kulturpolitik
  • Kolumne

Kommt vor in diesen Interessen

  • Blog

Werbung

Literaturwettbewerb «Das zweite Buch» 2026

Die Marianne und Curt Dienemann Stiftung Luzern schreibt zum achten Mal den Dienemann-Literaturpreis für deutschsprachige Autorinnen und Autoren in der Schweiz aus. Eingabefrist: 15. Juni 2026

Ähnliche Beiträge

Wissen

Kolumne

Unterm Sternenhimmel

Museums- und Muttertag in einem sind wahrlich geeignet, aus dem Thurgauer Angebot etwas Besonderes zu wählen. Omama, Tochter und Enkelin haben sich in Kreuzlingen unter die Sterne begeben. mehr

Kolumne

„Kinderunterhaltitis“

Omama war mit den Enkeln im Theater und in einer Bilbliothek. Vor dem Theater warb eine Versicherung mit „einer Krankheit, die auch wir haben“; in der Bibliothek spürte die Grossmutter den Rücken. mehr

Kolumne

Museum für Kinder: tierisch

Kindern wird viel geboten. So auch Anfang Oktober, als eine Gruppe Sechs- bis Achtjähriger das Kunstmuseum Thurgau und seine Umgebung als einen Zoo erlebte. Das hat auch Omama Spass gemacht. mehr