von Michael Lünstroth・Redaktionsleiter, 25.11.2025
Der Kulturjournalismus lebt

Grösseres Publikum, tiefere Auseinandersetzung: Das Magazin von thurgaukultur.ch hat sich im vergangenen Jahr besonders dynamisch entwickelt. Ein Blick in die Nutzungszahlen seit 2023 zeigt kontinuierliches Wachstum. (Lesedauer: ca. 4 Minuten)
Die Krise des Kulturjournalismus wurde rauf und runter beschrieben, sein naher Tod oft vorhergesagt – und doch gibt es immer wieder auch positive Lebenszeichen.
Wenn trotz aller Unwahrscheinlichkeit eines wirtschaftlichen Erfolgs sich doch immer wieder neue Kulturmagazine gründen. Wenn etablierte Player wie Saiten die Zielgruppe für sich entdecken und einen Kulturnewsletter lancieren.
Oder wenn, wider allem Gerede darüber, dass Texte über Literatur, Theater, Kunst und Kulturpolitik zu wenige Menschen interessieren, die Zugriffszahlen bei digitalen Kulturmagazinen kontinuierlich steigen. Zugegeben: In letzterem Punkt bin ich sehr parteiisch, weil es bei diesem erwähnten digitalen Kulturmagazin zum Beispiel auch um thurgaukultur.ch geht.
Jahresbericht-Analyse 2025 – thurgaukultur.ch (1.1.–17.11.2025)
1. Gesamte Website – Reichweite und Nutzung
Die gesamte Website von thurgaukultur.ch verzeichnet im Jahr 2025 erneut ein starkes Wachstum:
Seitenansichten: 466.649 (+18 % gegenüber 2024: 395.460)
Eindeutige Seitenansichten: 336.586 (+14,7 % gegenüber 2024: 293.359)
Die kontinuierliche Steigerung zeigt, dass die Plattform mehr Menschen erreicht und stärker genutzt wird.
2. Magazin – Reichweite und Nutzung
Das Magazin ist ein Angebot der Website und entwickelt sich besonders dynamisch:
Seitenansichten Magazin: 195.458 (+41 % gegenüber 2024: 138.626)
Eindeutige Seitenansichten Magazin: 145.938 (+26,9 % gegenüber 2024: 115.024)
Pro Nutzer werden im Durchschnitt 1,34 Artikel gelesen, was eine steigende Nutzungstiefe zeigt (2024: 1,21).
Fazit: Das Magazin erreicht mehr unterschiedliche Leserinnen und Leser und hält diese gleichzeitig länger bei den Inhalten.
3. Verweildauer
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf der Website steigt kontinuierlich: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf thurgaukultur.ch hat sich in den letzten vier Jahren kontinuierlich und deutlich verbessert. Sie stieg von 2:43 Minuten (2023) auf 3:58 Minuten (2025).
Interpretation:
Nutzer:innen beschäftigen sich immer länger mit den Inhalten, was auf hohe Relevanz, gute Lesbarkeit und Benutzerfreundlichkeit hinweist. Die Kombination aus wachsender Reichweite und steigender Aufenthaltsdauer zeigt eine stabile, nachhaltige Bindung des Publikums.
4. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Starke Reichweite: Sowohl die gesamte Website als auch das Magazin erreichen rekordhohe Nutzerzahlen.
Intensivere Nutzung: Steigende Seitenaufrufe pro Nutzer und längere Verweildauer zeigen tieferes Engagement.
Nachhaltiges Wachstum: Über vier Jahre wurden Reichweite, Nutzungstiefe und Verweildauer kontinuierlich gesteigert.
Relevanz für den Kanton Thurgau: Die Plattform stärkt die kulturelle Sichtbarkeit, Information und Teilhabe für Bevölkerung, Kulturschaffende und Institutionen.
Fazit: thurgaukultur.ch ist nicht nur die meistgenutzte digitale Kulturplattform im Kanton, sondern entwickelt sich auch qualitativ weiter – die Inhalte werden von immer mehr Menschen intensiver und länger genutzt. Diese Kennzahlen belegen den nachweisbaren Mehrwert für Kulturvermittlung, Bevölkerung und Förderstellen.
Denn bereits jetzt zeichnet sich ab: 2025 wird wieder ein sehr erfolgreiches Jahr für unser Kulturportal – insbesondere für den journalistischen Teil, das Magazin. Binnen eines Jahres konnten wir die Zahl der Seitenansichten um 40 Prozent steigern. Das ist aussergewöhnlich; es dürfte nicht viele Kulturmagazine im deutschsprachigen Raum geben, die vergleichbare Zuwachsraten aufweisen.

Kurz zur Erläuterung: Seitenansichten messen jede Anzeige einer Seite – auch mehrfach durch denselben Nutzer oder dieselbe Nutzerin. Eindeutige Seitenansichten zählen pro Nutzer:in nur einmal, egal, wie oft derselbe die Seite innerhalb einer Sitzung aufruft. Mit anderen Worten: Seitenansichten messen die gesamte Aktivität auf einer Seite; eindeutige Seitenansichten messen die Nutzerreichweite einer Seite. Beide Messgrössen haben ihre Relevanz, wenn es darum geht zu beurteilen, wie viele Menschen wir erreichen und wie sie unsere Angebote nutzen.
Mehrjahresvergleich: kontinuierlich steigende Reichweite
Betrachtet man den Mehrjahresvergleich, wird deutlich: Das Magazin von thurgaukultur.ch konnte seine Reichweite und Relevanz in den letzten Jahren deutlich und kontinuierlich steigern. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 17. November 2025 verzeichnet das Magazin 145.938 eindeutige Seitenaufrufe. Das entspricht einer Steigerung von 26,9 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr (115.024). Damit erreicht das Magazin so viele unterschiedliche Nutzerinnen und Nutzer wie nie zuvor.
Ein grösseres Publikum beschäftigt sich intensiver mit Inhalten
Auch die Nutzungsintensität hat weiter zugenommen: Die Zahl der gesamten Seitenaufrufe stieg im gleichen Zeitraum auf 195.458 (2024: 138.626), ein Plus von 40 Prozent. Damit liest das Publikum heute durchschnittlich mehr Artikel pro Besuch als in den Vorjahren. Unser Publikum wächst – und es beschäftigt sich intensiver mit den Inhalten.
Insgesamt zeigen die Zahlen ein stabiles, organisches und nachhaltiges Wachstum, sowohl in der Breite (Reichweite) als auch in der Tiefe (Engagement). Damit leistet thurgaukultur.ch einen nachweisbar steigenden Beitrag zur kulturellen Information, Orientierung und Teilhabe im Kanton Thurgau.

Die Leser:innen bleiben länger auf thurgaukultur.ch
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Verweildauer auf unserer Seite. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich in den letzten vier Jahren kontinuierlich und deutlich verbessert: von 2:43 Minuten (2023) auf 3:58 Minuten (2025).
Mit fast vier Minuten ist die Aufenthaltsdauer aussergewöhnlich hoch für ein vielfältiges Kulturmagazin. Das zeigt: Unsere Inhalte werden gründlich konsumiert, die Nutzer:innen springen weniger zwischen Seiten, die Inhalte ziehen stärker in die Tiefe. Zusammengefasst: thurgaukultur.ch erreicht heute nicht nur mehr Menschen – die Plattform hält sie auch länger.
Kultur-Journalismus ist vieles. Darüber diskutiert Eric Facon im Live-Podcast «Kulturstammtisch» mit Rebecca Schnyder (Theaterautorin, Kulturproduzentin), Johannes Sieber (Kulturunternehmer, Politiker) Vera Zatti (Redaktorin, Saiten) am Donnerstag, 4. Dezember, in St. Gallen. Ab 18:30 Uhr in der Militärkantine.
Lange Zeit waren Kultur und Kulturjournalismus eng verbunden. So wusste man als Konsument:in, was angesagt ist, was wie bewertet wird, wo man hinsollte. Das mochte manchmal hochtrabend gewesen sein, aber immerhin ein Lebenszeichen. Und heute? Das Feuilleton, wie sich das im Printbereich nannte, ist zur Lebensführungs-Kolumne verkommen, Radio und Fernsehen streichen die Kulturberichterstattung zusammen, das Internet bildet Blasen. Und nun? Wie informiert sich die kulturinteressierte Person? Wohin soll sich das interessierte Publikum wenden, welche Formen wird es in Zukunft geben?
Kultur-Journalismus ist vieles – Vorschau, Orientierung, Kritik und Agenda. Alle diese Punkte tragen zur Sichtbarkeit und Wertschätzung der Kultur im gesellschaftlichen Rahmen bei. Viele der traditionellen Medien tun sich schwer mit kulturellen Themen. Vieles hat sich ins Internet verlagert, nur, wohin und in welcher Form? Wie lebt die Kulturszene – Künstler:innen, Veranstalter:innen – mit der veränderten Situation? Wie und wo kann sich das Publikum informieren?
Der Kulturstammtisch ist eine Koproduktion von Eric Facon, der igKultur Ost, dem Ostschweizer Kulturmagazin Saiten und thurgaukultur.
Zwei relativierende Faktoren
Beim Lesen dieser Zahlen sind allerdings zwei Punkte zu berücksichtigen, die die Zahlen relativieren:
1. Wir sind ein Gratismedium:
Als frei zugängliche Plattform ist es leichter, neue Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen. Ein Teil des Wachstums erklärt sich durch die niedrigen Einstiegshürden. Gleichzeitig zeigt die steigende Nutzungsintensität (Seiten pro Nutzer: 1,34; durchschnittliche Verweildauer: 3:58 Minuten), dass die Inhalte trotz kostenlosem Zugang aktiv konsumiert werden.
2.
Unser Wachstum begann auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die prozentual hohen Wachstumsraten relativieren sich teilweise, da sie auf einem niedrigen Basiswert starten. Die absoluten Zahlen belegen jedoch einen deutlichen Impact auf die Reichweite im Kulturpublikum im Kanton Thurgau. Die Kombination aus breiter Reichweite, längerem Verweilen und tieferem Engagement zeigt, dass thurgaukultur.ch nicht nur viele Menschen erreicht, sondern sie auch aktiv bindet und informiert.
Auch im Newsletter und auf Instagram wächst die Marke
Die positive Entwicklung der Marke thurgaukultur.ch zeigt sich auch an weiteren Kennzahlen: Sowohl die Anzahl der Newsletter-Abonnent:innen als auch die Zahl der Follower:innen auf Instagram ist in den vergangenen Jahren organisch und kontinuierlich gewachsen.



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