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von Brigitta Hochuli, 25.11.2013

Architekten finden Regierungsvorschlag untauglich

Architekten finden Regierungsvorschlag untauglich
Modell des von den Harder und Spreyermann Architekten geplanten Erweiterungsbaus des Kunstmuseums Thurgau. | © zVg

Brigitta Hochuli

Am Donnerstag, 21. November, fand in Oberegg (AI) die Mitgliederversammlung des Bundes Schweizer Architekten (BSA) Sektion Ostschweiz statt. Dabei liessen sich die Anwesenden über den Erweiterungsbau des Kunstmuseums Thurgau informieren, wie der Thurgauer Kantonsrat Kurt Egger (Grüne) auf Anfrage von thurgaukultur.ch bestätigt.

Über das Projekt orientierte Regula Harder von den Harder und Spreyermann Architekten, Zürich. Zum Sachverhalt aus politischer und kulturpolitischer Sicht debattierten danach Maschineningenieur Kurt Egger als Kantonsrat und in seiner Funktion als Vizepräsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA Thurgau, Museumsdirektor Markus Landert sowie Jürg Spreyermann, ebenfalls Harder und Spreyermann Architekten. Die Diskussion wurde von BSA-Ostschweiz-Obmann Thomas Hasler, Architekt in Frauenfeld, moderiert.

Gemäss Auskunft von Kurt Egger wurden nach der Debatte zwei Abstimmungen durchgeführt. Vom architektonisch-fachlichen Standpunkt her ist eine Mehrheit der Meinung, dass es vernünftig wäre, wenn Harder und Spreyermann entgegen dem Rechtsgutachten von Peter Galli das Projekt zu Ende führen würden.

Für den Fall, dass diese Variante aus beschaffungsrechtlichen Gründen nicht möglich wäre, wurden in einer zweiten Abstimmung die Fragen gestellt, ob das Projekt abgebrochen oder gemäss Vorschlag der Regierung mit neuen Architekten zu Ende geführt werden sollte. Grossmehrheitlich sei die Versammlung zum Schluss gekommen, so Egger, dass mit dem Vorhaben nochmals von vorn begonnen werden müsse und „die Variante der Regierung in technischer Hinsicht nichts taugt“. Fände man einen guten Architekten für die Durchführung des bestehenden Projekts, würde dieser eigene Ideen einbringen. Fände man einen weniger guten, „kommt es schlecht“.

Aktiv kommunizieren wolle der BSA Sektion Ostschweiz dieses Diskussionsergebnis nicht. Es sei jedoch beschlossen worden, dass Fragen entgegengenommen und die Antworten zur Publikation freigegeben würden. Kantonsrat Egger wird die Vorlage in der Grossratssitzung vom 4. Dezember ablehnen. Im übrigen betont er, dass der Stellungnahme der BSA-Architekten seines Wissens die bisher einzige strukturierte Diskussion unter Fachleuten zu Grunde liege.

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