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von Rolf Breiner, 24.02.2026

Singen mit Leib und Seele

Singen mit Leib und Seele
Screenshot aus dem Film «Melodie». Anka Schmids Film begleitet Menschen, die mit ihrer Stimme Gemeinschaft, Trost und Lebensfreude schaffen – von der Alp bis ins Spital. | © Frenetic Films

Ein Film über die Kraft des Singens: Anka Schmids «Melodie» begleitet Menschen, die mit ihrer Stimme Gemeinschaft, Trost und Lebensfreude schaffen – von der Alp bis ins Spital. Am 28. Februar ist Vorpremiere in Frauenfeld. (Lesedauer: ca. 2 MInuten)

Das jüngste Filmwerk der Zürcherin Anka Schmid (64), «Melodie», ist dem Gesang gewidmet. Unter anderem wirkten Karl Reinhart vom Männerchor Salmsach-Langrickenbach, die Sennerin Mina Inauen vom Alpstein im Appenzellerland und Schwester Veronika vom Kloster Fahr (AG) mit. «Melodie» feiert am 28. Februar Vorpremiere in Frauenfeld (Cinema Luna), ab 20. März in Romanshorn (Roxy) sowie in anderen Städten.

Mina Inauen ruft allabendlich den Alpensegen aus. Die Appenzellerin widmet ihren Sprechgesang den Bergen, der Natur, dem Leben. Karl Reinhart ist ein Original, ehemaliger Bauer und Melkmaschinenmechaniker und nun Imker. Er wirkt im Männerchor Salmsach-Langrickenbach, der im März 2022 gegründet wurde. Die Chorgemeinschaft lebt nach dem Motto «Pflege des Gesangs und freundschaftliche Geselligkeit». Geleitet wird sie von Dirigentin Beatrix Opprecht. Karl Reinhart setzt eine Tradition fort. Schon sein Vater und Grossvater sangen im Dorfchor, und er ist mit Leidenschaft dabei.

 

Szene aus dem Film «Melodie». Bild: Frenetic Films

Wie schon Babys Musik erkennen

Joanna Koea singt mit ihrer Schwester, Mutter und Grossmutter im gemischten Chor GoAndSing, der in Gossau-Andwil beheimatet ist und von Marcello Wick geleitet wird. Joanna Koea, in Benin aufgewachsen, lebt in St. Gallen und unterrichtete während der Dreharbeiten in Sulgen. Auch sie ist eine Sängerin mit Leib und Seele.

Ein Baby, an Schläuche angeschlossen, auf der Brust seiner Mutter. Sanfte Töne ertönen. Eine Frau bringt ein Monochord zum Klingen. Die sanften Schwingungen dieses Saiteninstruments scheinen sich zu übertragen, das Baby bewegt seine Finger.

 

Regisseurin Anka Schmid vor ihrem Filmplakat. Bild: Rolf Breiner

Singen als Therapie und Muntermacher

Die Engländerin Heather Edwards ist ein Phänomen. Sie animiert mit ihrem Projekt «Come Singing» in der Bücherei Norwich ältere oder an Demenz erkrankte Menschen und bewegt bei ihnen einiges mit Songs wie «Messing About the River» oder «The Skye Boat Song». Singen als Therapie und Muntermacher.

Die Gesangsreise geht von der Schweiz über England bis nach Griechenland, vom Spitalbett über die Alp bis zur Disco (Tessiner Rapperin), vom Klagelied (Griechenland), Chorgesang im Kloster oder auf der Bühne bis zum feministischen Streikmarsch in Zürich. Sie wollte mit dem Film «unser klangliches Lebenselixier wecken», erläuterte Filmerin Anka Schmid, und «dem Publikum einen Resonanz-Raum schaffen, um mit sich, dem Gegenüber und der Welt in Kontakt zu treten».

 

Szene aus dem Film «Melodie». Bild: Frenetic Films

Die Kraft des Gesangs

«Melodie» ist ein bewegter Film, der für sich spricht, der ohne Kommentar und Textbeiwerk auskommt. Er zeigt auch, welche Kraft im Gesang steckt, was dieser gemeinsame Akt bewirken kann – nach aussen und innen.

Video: Trailer zum Film

 

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