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Nobelpreisverdächtig

Nobelpreisverdächtig
«Preise sollte man nicht zu ernst nehmen.» Peter Stamm über seine Nominierung für den Alternativen Literatur-Nobelpreis | © Michael Lünstroth

Der aus dem Thurgau stammende Autor Peter Stamm steht auf der Liste der Nominierten für den Alternativen Literatur-Nobelpreis. Noch bis 14. August kann man für ihn abstimmen.

Eigentlich ist Peter Stamm gerade in der Sommerpause. Aber für diese eine Meldung hat er seine Freizeit dann doch mal unterbrochen:

Peter Stamms Facebookseite

 

Tatsächlich sind das keine Fake-News, sondern reinste Wahrheit. Nach den Skandalen um die Schwedische Akademie, hat sich eine neue Akademie gegründet. Mehr als 100 schwedische Intellektuelle, Schauspieler, Autoren, Regisseure und Journalisten wollen damit ein Zeichen gegen die Zwangspause des Literatur-Nobelpreises setzen, schreibt unter anderem der Deutschlandfunk. In einem Statement hat die neue Akademie ihre Ziele formuliert: «Wir haben eine neue Akademie gegründet, um die Menschen daran zu erinnern, dass Literatur dazu da ist, um Demokratie zu fördern, Transparenz, Mitgefühl und Respekt – und das ohne Privilegien, Arroganz und Sexismus!»

Stamm rechnet sich keine grossen Chancen aus

Das traditionelle Vergabegremium, die alte Schwedische Akademie, hatte ihre Preisvergabe nach Belästigungs- und Untreuevorwürfen gegen den Ehemann eines Mitgliedes und einem tiefen internen Zerwürfnis in der Folge für dieses Jahr ausgesetzt.

Grosse Chancen rechnet sich Peter Stamm nicht aus: «Also gegen J.K. Rowling habe ich wahrscheinlich kaum eine Chance - und auch nicht gegen Elena Ferrannte oder Haruki Murakami», sagte er gegenüber dem SRF. Aber er freue sich auf einer Liste mit 46 weiteren Auserwählten zu sein. «Preise sollte man aber nicht zu ernst nehmen - auch nicht den Nobelpreis. Man ist deswegen nicht der beste Autor der Welt», so Stamm weiter.

Hier geht's zur Abstimmung

Wer abstimmen mag, kann dies auf der Internetseite der neuen Akademie noch bis zum 14. August tun. Die 4 Autorinnen und Autoren mit den meisten Stimmen kommen ins Finale. Am Ende entscheidet eine Expertenjury darüber, wer den mit (umgerechnet) rund 116 000 Franken dotierten Preis erhät. Die Jury will ihre Entscheidung am 14. Oktober bekannt geben. Die Preisverleihung selbst soll am 10. Dezember stattfinden.

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