von Michael Lünstroth・Redaktionsleiter, 14.11.2022
Neue Doppelspitze für den Kunstraum

Reto Müller und Ueli Vogt werden ab Januar 2023 gemeinsam die künstlerische Leitung des Kunstraum Kreuzlingen übernehmen. (Lesedauer: 2 Minuten)
17 Jahre lang leitete Richard Tisserand den Kunstraum Kreuzlingen, er hat den Kunstraum zu dem renommierten Ort gemacht, der er heute ist. Gesundheitsbedingt musste sich Tisserand vor einigen Monaten zurückziehen. Nun stehen seine Nachfolger fest: Reto Müller und Ueli Vogt werden ab Januar 2023 gemeinsam die künstlerische Leitung des Kunstraum übernehmen. Das erklärte die Thurgauische Kunstgesellschaft, Träger des Kunstraums, in einer Medienmitteilung.
„Ich habe grossen Respekt und Admiration für das, was Richard Tisserand hier geleistet hat. Umso mehr freut es mich nun, seine Arbeit fortsetzen zu dürfen“, sagte Reto Müller im Gespräch mit thurgaukultur.ch Als langjähriger Assistenzkurator ist er seit vielen Jahren im Kunstraum aktiv und kennt so den Ort und den Betrieb bereits gut. Die aktuelle Abschiedsausstellung zu Tisserands Werk hat Reto Müller kuratiert.

„Wir können an vieles anknüpfen, das Richard Tisserand aufgebaut hat, aber es wird auch Veränderungen geben.“
Reto Müller, Künstler und neuer Leiter des Kunstraum Kreuzlingen
Müller ist selbst bildender Künstler und mit seinem Werk in Ausstellungen und Sammlungen im In- und Ausland vertreten. Seine Tätigkeiten wurden mit Preisen und Stipendien gewürdigt. 2023 wird sein Schaffen mit dem Manor Kunstpreis Schaffhausen ausgezeichnet.
„Wir können an vieles anknüpfen, das Richard Tisserand aufgebaut hat, aber es wird auch Veränderungen geben. Wir wollen den Kunstraum auch ein Stück weit neu entwickeln“, beschreibt Reto Müller seine Pläne für den Kreuzlinger Kulturort. Dass mit Ueli Vogt nun jemand von aussen dazu komme, sieht Müller als Chance für einen Neuanfang: „Dieser frische Blick hilft uns sicher sehr“, so Müller.
Ein Ziel: Mehr Partizipation
Ueli Vogt wuchs im Thurgau auf, sammelte Erfahrungen im shed im Eisenwerk, baute das Materialarchiv im Sitterwerk St. Gallen auf und leitete die letzten zehn Jahre das Zeughaus Teufen und baute diesen als Ort für Kunst und Baukultur auf.
«In Teufen habe ich das Haus alleine geleitet, deshalb freue ich mich jetzt darauf, den Kunstraum in einem Duo zu übernehmen», sagte Vogt im Gespräch mit thurgaukultur.ch Ein Ziel für ihn dabei: Entscheidungsprozesse partizipativer und offener zu gestalten. Wie das konkret aussehen könnte, will das neue Führungs-Duo in den nächsten Monaten entwickeln.

„Die beiden ergänzen sich nach der Beurteilung des Auswahlgremiums ideal, um die wertvolle Arbeit und die Leistungen von Richard Tisserand für den Kunstraum Kreuzlingen weiter zu entwickeln.“
Cornelia Zecchinel, Präsidentin der Thurgauischen Kunstgesellschaft, über Reto Müller und Ueli Vogt
Cornelia Zecchinel, Präsidentin der Thurgauischen Kunstgesellschaft, erklärt in ihrer Medienmitteilung, weshalb die Entscheidung für Müller und Vogt gefallen sei: „Die Doppelkandidatur von Müller und Vogt hat das Auswahlgremium überzeugt. Die beiden bringen je ihre vielseitigen Erfahrungen ein und ergänzen sich nach der Beurteilung des Auswahlgremiums ideal, um die wertvolle Arbeit und die Leistungen von Richard Tisserand für den Kunstraum Kreuzlingen weiter zu entwickeln und den Kunstraum Kreuzlingen und das Tiefparterre als Zentrum für zeitgenössische Kunst in eine neue Zukunft zu führen.“
Insgesamt habe es 24 Bewerbungen auf die Nachfolge von Richard Tisserand gegeben. Für die Kunstgesellschaft ein Indiz für die überregionale Strahlkraft des Kunstraum Kreuzlingen.

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