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04.03.2010

Kultur am Küchentisch

Kultur am Küchentisch
Kurt Schmid | © zVg

An Schmids Küchentisch soll ein erster Ideenaustausch über eine künftige kantonale Kultur-Lobby stattfinden. Die Redaktion von thurgaukultur.ch bat ihn um einen Denkanstoss. Nötig sei das nicht, meint Schmid. Im Übrigen hoffe er auf den Schneeballeffekt.

Herr Schmid, heute laden Sie zum ersten Treffen zwecks Bildung einer Thurgauer Kultur-Lobby ein. In Ihrem Blog haben sich 17 Kommentatorinnen und Kommentatoren für diese Lobby interessiert. Wie gross ist Ihr Küchentisch?

Kurt Schmid: Zehn Personen passen da allemal dran, und die Küche fasst auch das Doppelte. Es hat also durchaus noch Platz für spontane Besucherinnen und Besucher. Anlässlich der «Literatur in den Häusern» vom letzten Sonntag waren wir fünfzehn.

Was machen Sie, wenn hundert kommen, wie Sie es sich für die Phase des Akzentesetzens erklärtermassen erhoffen?

Schmid: Dann machen wir einen Kultur-Club nach dem Vorbild der Vollmondbar Amriswil. Da können sich die Mitglieder kennen lernen und bezüglich ihrer kulturellen Vorlieben austauschen. Der Kultur-Club kann auch eine kulturelle Veranstaltung besuchen – und wer hätte nicht gerne mal Hunderte von Besucherinnen und Besucher mehr?

Apropos Küchentisch. Jean Grädel, der die Lobby-Idee neu aufs Tapet gebracht hat, schwärmt von Salongesprächen an Soirées. Wie kann man diese doch sehr divergierenden Ansprüche unter einen Hut bringen?

Schmid: So viel ich höre, macht das «forum andere musik» im nächsten Programm Salons. Das finde ich super. Aber sogar zehn Soirées machen noch keinen Club und keine Lobby.

In den Blog-Kommentaren scheint durch, dass vielen unklar ist, wie eine Thurgauer Kultur-Lobby definiert werden müsste. Ist dies wenigstens Ihnen klar?

Schmid: Die Lobby muss nicht definiert, sondern gegründet werden. Und genau das versuchen wir jetzt. Das Problem und die Herausforderung besteht darin, das zum Funktionieren zu bringen. Ich setze einerseits auf thurgaukultur.ch als Plattform für den Austausch, dann aber auch auf persönliche Begegnungen, Rückmeldungen, Gespräche, Diskussionen und schliesslich auf den Schneeballeffekt. Stell dir vor, es gibt eine super angesagte kulturelle Veranstaltung – und alle gehen hin!

Also dann. Geben Sie Ihren Gästen bitte für heute Abend noch einen Denkanstoss mit auf den Weg!

Schmid: Aber hallo. Ich muss doch dem Leopold Huber, der auch kommt, keinen Denkanstoss geben. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf den Gedankenaustausch und die ganz konkreten Initiativen. Und wie gesagt: Die Tür steht offen.

Interview: tgk

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