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23.09.2016

Pfahlbau-Kunstführer vorgestellt

Pfahlbau-Kunstführer vorgestellt
Urs Leuzinger vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau erläutert am Nussbaumersee, wie zu Zeiten der Pfahlbauer Feuer gemacht wurde. | © I.D.

Der Kanton Thurgau war Austragungsort der Vernissage des Kunstführers «Pfahlbauten in der Schweiz». Er wurde in Hüttwilen im Seebachtal der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt, sondern ist mit seinen Pfahlbauten Teil des UNESCO-Welterbes.

Im Beisein der Thurgauer Regierungspräsidentin Monika Knill, von Kantonsarchäologe Hansjörg Brem, Andreas Teuscher vom Bundesamt für Kultur, Gishan Schaeren von Swiss Coordination Group UNESCO Palafittes, Valérie Clerc von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) und von weiteren Festrednern wurde der Kunstführer «Pfahlbauten in der Schweiz» präsentiert. Der Führer weist zwar auf alle Fundstätten von Pfahlbauten in der Schweiz hin, im Thurgau wird aber die Region Seebachtal als Beispiel besonders hervorgehoben und behandelt. Das Thema von Gestern zum Heute lässt sich hier anhand von Wirtschafts- und Kulturraum beispielhaft darstellen.


v.l.n.r.: Hanspeter Zehnder, Gemeindepräsident Hüttwilen; Monika Knill, Regierungspräsidentin Kanton Thurgau; Hansjörg Brem, Kantonsarchäologe Thurgau; Gishan Schaeren, Swiss Coordination Group UNESCO Palafittes; Andreas Teuscher, Bundesamt für Kultur; Valérie Clerc, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte; Pierre Corboud, Université de Genève; Markus Andrea Schneider, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bild: I.D.

 

Im Rahmen der Vernissage hat Kantonsarchäologe Hansjörg Brem zu einer exklusiven Führung den Pfahlbauten-Fundstellen in Hüttwilen geladen. Mit seinem Team erläuterte er die Bedeutung der wichtigsten Fundorte und deren Funde für die Menschheitsgeschichte in der weiteren Umgebung. «Dass der Nussbaumersee als UNESCO-Welterbe gewählt worden ist, liegt an der exzellenten Erhaltung der Pfahlbauten unter Wasser oder in den ufernahen Feuchtgebieten, vor allem aber auch an der durch den Naturschutz beziehungsweise die Stiftung Seebachtal erreichten Stoppung der Austrockung und Aufwertung des Standortes», so Brem.

Seit 2011 sind die «Pfahlbauten rund um die Alpen» serielles UNESCO-Welterbe. Insgesamt umfasst das Welterbe 111 Pfahlbaustätten in sechs Ländern, wovon 56 in der Schweiz liegen. Diese wurden nun erstmals gesamtheitlich im Kunstführer «Pfahlbauten in der Schweiz» zusammengetragen.

Der Führer ist ein Projekt, das in Kooperation der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) und der Swiss Coordination Group UNESCO Palafittes (SCG) sowie in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kantonsarchäologien und Museen entstanden ist. Er enthält nicht nur allgemeine Informationen zu den Pfahlbauten, ihrer Entdeckung und archäologischen Bedeutung, sondern auch praktische Ausflugstipps, um dieses Welterbe zu Fuss, mit dem Velo, Auto oder Zug vor Ort oder in Museen zu erkunden. (I.D.)

***

Der Führer erscheint in der Serie der Schweizerischen Kunstführer GSK als Nummer 987/988. Umfang 90 Seiten, erhältlich in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch bei www.gsk.ch. Der Preis beträgt 20 Franken.

 

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