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Auf neuen Pfaden

Auf neuen Pfaden
Der Verein «kunstthurgau» will sich neu erfinden: Mit einer neuen Ausstellungsreihe an 4 verschiedenen Orten zum Thema Mobilität will der fast 78 Jahre alte Verein auf sich aufmerksam machen. Das Bild zeigt das Logo der Auftaktveranstaltung in Bischofszell | © kunstthurgau

Der Verein «kunstthurgau» will sich neu erfinden: Mit einer neuen Ausstellungsreihe an 4 verschiedenen Orten zum Thema Mobilität will der fast 78 Jahre alte Verein auf sich aufmerksam machen

Von Michael Lünstroth

Der Verein «kunstthurgau» hat eine weit zurück reichende Geschichte: Er wurde 1940 gegründet, unter dem Namen «Thurgauische Künstlergruppe» wurde erstmals im März 1941 gemeinsam in Amrsiwil ausgestellt. «Der Vereinigung lag nicht eine Unité de doctrine was der Kunststil und deren Inhalte betrifft zugrunde, sondern die Verbundenheit der Künstler und Künstlerinnen mit dem Land Thurgau und die Schwierigkeit, überhaupt ausstellen zu können, brachte sie näher zusammen», heisst es auf der Internetseite des Vereins zu den Ursprüngen. Zu den Mitgliedern des Vereins zählten damals laut Verein auch Adolf Dietrich, Ernst Graf, Hermann Knecht, Max Boller und Friedel Grieder. 

Heute bietet der Verein aktuell 31 Künstlerinnen und Künstlern aus den Sparten Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Film, Performance und Installation ein Forum für gegenseitigen Austausch. Weil man sich aber auch hier damit plagt, neue Mitglieder zu finden, um der Überalterung entgegen zu wirken, versucht der Verein nun mit einer neuen Veranstaltungsreihe auf sich aufmerksam zu machen. Rund um das Thema «Mobilität» soll es im Laufe des Jahres insgesamt vier Ausstellungen geben, die sich an vier Tagen konzentriert mit dem Thema beschäftigen. Zum Konzept gehört auch, dass die Ausstellungen durch den Kanton wandern. Der Auftakt findet vom 26. bis 29. April in Bischofszell (Tubi-Areal) statt. 

Die Auswahl treffen die Künstler, sie ist nicht juriert

Martin Bührer, Interimspräsident des Vereins, hat sich das Konzept ausgedacht: «Wir wollen, dass etwas läuft, deswegen versuchen wir nun mal etwas Neues», erklärt er im Gespräch mit thurgaukultur.ch Die Ausstellenden sind Mitglieder von «kunstthurgau», die sich jeweils bis zu zwei Gäste ausserhalb des Vereins einladen dürfen. Was sie zeigen, bleibt den Künstlerinnen und Künstlern überlassen, die Auswahl ist nicht juriert. Einzige Bedingung der Teilnahme war, dass es etwas mit dem Thema Mobilität zu tun hat. Zu den ausstellenden Künstlern zählen: Sonja Aeschlimann, Ursula Bollack, Giancarlo Bolzan, Martin Bührer, Walter Fröhlich, Elsbeth Harling, Marianne Jost-Schäffeler, Betty Kuhn, Philippe Mahler, Stefan Rutishauser, Joachim Schwitzler, Walter Wetter, Christine Hochstrasser, Carole Isler, Felix Keller, Daniela Vincenz, Kerstin Schiesser, Bernhard Schiesser, Franzis von Stechow und Jo Beck.

Die Premiere in Bischofszell steht unter dem Motto «räumliche Mobilität». Die Eröffnung wird am Donnerstag, 26. April, 19 Uhr, begleitet von einem Vortrag von Tom List über die «Spuren der Völkerwanderungen». Zum weiteren Rahmenprogramm gehört auch eine Diskussionsrunde mit dem Titel «Lesen macht mobil». Über Bücher, Lesen und Mobilität reden am Samstag, 28. April, 19.30 Uhr, Elisabeth Binder, Autorin, Bernhard Koch, Alt-Regierungsrat, Kerstin Forster, Verlagsleiterin, Ruedi Baer, Saurer Museum und Oldtimer-Club, Marion Herzog, Bücher zum Turm Bischofszell, Felix Mätzler, Medienschule, St. Gallen und Charlotte Kehl, Bücher zum Turm – Lesung. 

Weitere Stationen sind Aadorf, Kreuzlingen und DIessenhofen

Die weiteren Veranstaltungen sollen ähnlich ablaufen. Die Termine dafür stehen bereits fest: Vom 21. bis 24. Juni, geht es im Hänkiturm in Aadorf um das Thema «virtuelle Mobilität», vom 23. bis 26. August ist «kunstthurgau» in Kreuzlingen (Pädagogische Mauritätsschule) zu Gast und diskutiert über «geistige Mobilität» und zum Abschluss der Reihe gastiert das Format im Museum Kunst+Wissen in Diessenhofen vom 18. bis 21. Oktober. Inhaltlich soll es dann um «soziale Mobilität» gehen. Für den Verein «kunstthurgau» ist die neue Reihe ein Experiment. «Wir wollten etwas Neues jenseits der konventionellen Kunstausstellungen ausprobieren», sagt Martin Bührer. Denn meist laufe es doch üblicherweise so ab: «Am ersten Tag ist Vernissage; meist mit einer hohen Besucherzahl – am zweiten Tag kommen nochmals ein paar Besucher – zum Schluss der Ausstellung, an der sogenannten Finissage sind dann noch ein paar Freunde und Bekannte zugegen und betonen eine gewisse Endzeitstimmung. Zwischendrin wird von Künstlern und Galeristen meist langes, monotones Warten abverlangt», so Bührer. Er weiss aber auch, «ob sich der neue Ausstellungs-Modus lohnt, wird sich danach weisen.»

www.kunstthurgau.ch

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