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von Rolf Müller, 26.02.2015

Turmhof: Teile und herrsche

Turmhof: Teile und herrsche
Hand drauf: Ernst Füllemann, Heimatvereinigung (links), und Alfred Muggli, Stiftung Turmhof. In der Mitte Stadtpräsident Roger Forrer. | © zVg

Nach jahrelanger, erbitterter Kontroverse ist der Streit um den Steckborner Turmhof beigelegt: Die Heimatvereinigung hält den Status quo, der Stiftung Turmhof werden dafür Steine aus dem Weg geräumt.

Rolf Müller

In „Steckbore“ hat man das leidige Thema Turmhof längst satt. Nicht mal mehr an der Fasnacht wurden noch Witze gerissen. Zu lange und zu erbittert zog sich der Konflikt zwischen der Heimatvereinigung, Betreiberin des Heimatmuseums, und der Stiftung Turmhof schon hin. Jahrelang.

Wer hüben oder drüben in den Gremien engagiert war oder Partei bezog, musste im idyllischen Städtchen am Untersee mit bösen Anfeindungen rechnen. Einer sprang (nicht nur, aber auch darum) sogar übers Messer: Stadtpräsident Thomas Baumgartner (CVP) wurde 2011 im Zug der kommunalen Turbulenzen und hartnäckig negativen Schlagzeilen abgewählt.

Gut getimte Erfolgsmeldung

Nachfolger Roger Forrer (SVP) versprach, Ruhe in die Gemeinde zu bringen. Jetzt, zehn Tage vor den nächsten Erneuerungswahlen der Gemeindebehörden, kickt er den Ball ganz ins Goal. Gutes Timing.

"Mit grosser Freude können wir heute mitteilen, die Stiftung Turmhof und die Heimatvereinigung haben eine Vereinbarung unterzeichnet, welche es ermöglicht, die Zukunft des Turmhofs in Angriff zu nehmen“, sagte Forrer am 26. Februar 2015 vor den Medien. Flankiert war er seitens Turmhof-Stiftung von Alfred Muggli sowie von Ernst Füllemann, Heimatvereinigung.

Stille See statt hohe Wellen: Der Turmhof. (Bild: John Dierauer)


Heimatvereinigung hält Status quo...

Der Deal in der Hauptsache: Die Stiftung als Besitzerin des Steckborner Wahrzeichens schliesst mit der Heimatvereinigung einen Mietvertrag über 25 Jahre für den Betrieb des Heimatmuseums im Turmhof. Und zwar wie bis anhin auf drei Stockwerken, räumlich praktisch im selben Umfang und zu denselben Konditionen wie heute, 12'000 Franken jährlich. Die Stiftung renoviert das Gebäude vor dem Neustart des Museums im März 2016.

Um die Differenz zwischen dem effektiven Mietzins und der durch die Renovation entstehenden Finanzierungslücke zu schliessen, übernehme die Stadt Steckborn einen Teil der Miete und vereinbare mit der Heimatvereinigung dafür einen Leistungsauftrag, hiess es.

... Stiftung vermietet acht Wohnungen

Gemäss Medienmeldung zieht die Stiftung ihr ursprüngliches Baugesuch zurück. „Im Gegenzug verzichtet die Heimatvereinigung auf weitere Einsprachen gegen künftige Bauvorhaben der Stiftung und zieht ihre Mietrechtsklage zurück“, wurde verlautet.

Künftige Bauvorhaben bedeutet: Die Stiftung vermietet das dritte Obergeschoss des Turmhofs als Wohnung und weitere sieben Wohnungen in den umliegenden Gebäuden - Pumpenhaus, Kaufhaus, Haus zur Schmitte. In der Remise werden drei Garagen eingebaut. Die Mieteinnahmen würden für den Stiftungszweck verwendet. Vom ehemals umfangreich geplanten Kulturkonzept nimmt die Stiftung Abschied.

Damit ist Ruhe. Vermutlich. Teile und herrsche.


***

Mehr zum Thema:

Museum und Stiftung reichen sich die Hand - Thurgauer Zeitung, 27.02.15

Die Geschichten zum Turmhof füllten über die Jahre Bände. thurgaukultur.ch hat viele davon im Archiv. Bitte benützen Sie bei Interesse für eine Übersicht die Suchfunktion mit dem Stichwort "Turmhof".

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