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19.06.2013

Thurgauer Kulturpreis für Theatermann Leopold Huber

Thurgauer Kulturpreis für Theatermann Leopold Huber
Leopold Huber, der Preisträger des Thurgauer Kulturpreises 2013. | © id

Der mit 20‘000 Franken dotierte Thurgauer Kulturpreis 2013 geht an den Autor und Regisseur Leopold Huber. Damit würdigt der Regierungsrat die Verdienste des Theatermanns und Mitbegründers und -leiters des See-Burgtheaters Kreuzlingen, das er zu einem wichtigen Kulturereignis im Thurgau entwickelt hat.

„Lieber spät als nie!“ Leopold Huber freut sich riesig über den Kulturpreis. Viele im Kanton hatten immer wieder darüber gerätselt, warum er ihn nicht schon früher erhielt. „Ich bekam eine Gänsehaut“, sagt der Regisseur. Warum - darüber müsste er nachdenken. Einen Freundensprung habe seine Frau Astrid Keller gemacht. Sie sei an diesem Preis auch auch beteiligt, sie habe sehr viel gemacht für das Theater, als Schauspielerin, Coproduzentin und mit dem professionellen Knowhow, das sie sich an anderen Theatern angeeignet habe. Wir haben Leopold Huber auf der Fahrt zu einer Probe der „Dreigroschenoper“ erreicht - Brechts „guter aler Haut“, wie er sagt. Die Mitteilung der Thurgauer Regierung lautet wie folgt:

„Leopold Huber hat sich als Autor von Büchern, Hörspielen und Drehbüchern, insbesondere aber als Regisseur und Produzent in den Bereichen Schauspiel, Musiktheater und Film sowohl im Thurgau wie auch im grenzüberschreitenden deutschsprachigen Raum profiliert. Mit seinen stimmungsvollen, volksnahen und geistreichen Inszenierungen, in denen er stets Bezug nimmt zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, sorgt er regelmässig für Gesprächsstoff und begeistert mit seiner unverkennbaren Regie-Handschrift ein breites Publikum. Ein besonderes Verdienst kommt ihm mit der Leitung des See-Burgtheaters Kreuzlingen zu, das er seit 20 Jahren zusammen mit Astrid Keller zu einem wichtigen Kulturereignis im Thurgau entwickelt hat und mit dem er auch andern professionellen Theaterleuten die Möglichkeit bietet, sich zu profilieren.

Leopold Huber ist 1955 in Oberösterreich geboren. Nach einer Ausbildung zum Textiltechniker studierte er einige Semester Psychiatrie und Psychologie an der Universität Wien, bevor er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst - dem Max Reinhardt-Seminar in Wien - ein Regie- und Schauspielstudium absolvierte. Danach war er als Regieassistent am Stadttheater St. Gallen tätig. Seit 1981 arbeitet Leopold Huber freischaffend als Autor, Film- und Theaterregisseur. Er inszenierte unter anderem am Stadttheater Ingolstadt, am Vorarlberger Landestheater in Bregenz, am Landestheater Linz, am Landestheater Salzburg, am Ulmer Theater und am Neuen Stadttheater Bozen. 1990 war Huber Mitglied des Gründungsensembles des See-Burgtheaters Kreuzlingen (als Dramaturg). Seit 1993/94 leitet er das Theater gemeinsam mit Astrid Keller und ist für fast alle Stückbearbeitungen und die Regie verantwortlich. Er inszenierte dort zuletzt «Die schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf (2010), «Der Zerrissene» von Johann Nestroy (2011), «The Black Rider» von Tom Waits (2012) und aktuell «Die Dreigroschenoper» von Bertolt Brecht (2013). Leopold Huber realisierte zudem diverse Filme und Hörspiele, schrieb Drehbücher, Prosa und Gedichte.

Der Thurgauer Kulturpreis wird am Dienstag, 13. August 2013, im Rahmen einer öffentlichen Feier auf der Seebühne in Kreuzlingen durch Regierungsrätin Monika Knill, Chefin des Departements für Erziehung und Kultur, übergeben. Mit dem Kulturpreis, der seit 1986 ausgerichtet wird, spricht der Regierungsrat seinen Dank und seine Anerkennung aus für ausserordentliche kulturelle Leistungen von Privaten und von Institutionen, die das kulturelle Leben im Kanton in besonderer Weise bereichern.“ (ho/id)

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