von Inka Grabowsky, 11.08.2016
Theater an der Grenze regional

Was Spitzenköchen recht ist, ist Kulturschaffenden billig: Die Programmleitung des Kreuzlinger Theaters an der Grenze hat für die Herbstspielzeit viele Künstler aus der Region engagiert.
Inka Grabowsky
„Die Idee dafür ist entstanden, weil wir zwei Ostschweizer Kabarettisten unbedingt auf unserer Bühne sehen wollten,“ sagt Birgit Auwärter, die gemeinsam mit Simon Hungerbühler für das Programm verantwortlich ist. „Ausgehend von diesen beiden haben wir dann gezielt weitergesucht. Wir wollen diese Saison ein Augenmerk auf heimische Gewächse haben, die in der Schweiz verwurzelt sind und sich vor der internationalen Konkurrenz nicht verstecken müssen.“
Lauter Einheimische
Einige der Künstler kommen sogar direkt aus dem Thurgau: Samuel Mosima aus Weinfelden eröffnet mit seinem «Bauernhof» am 10. September die Saison. Das theater theagovia gastiert mit seinem Stück “Shakespeare auf Mostfahrt“ am 1. Oktober, und am 11. November zeigt der Romanshorner Giuseppe Spina gemeinsam mit den „Tre Secondi“ die musikalische Komödie „Kaspar“. Der Pop-Chor Untersee hat es für seinen Auftritt am 4. Dezember auch nicht wirklich weit.
Für Kinder in Mundart
Im Bereich der Kinderstücke füllt das Theater an der Grenze ebenfalls eine Marktlücke, weil jeweils in Mundart gespielt wird. „Das gibt es ennet der Grenze in Konstanz eben nicht.“ Bei der Suche nach geeigneten Stücken hatte die Programmleitung es leicht: „Das Theater Roos und Humbel war schon einmal mit dem Stück ‚Pitschi’ bei uns und hat alle Besucher begeistert. Deshalb haben wir sie mit ‚spiel Dschungelbuch!’ gleich wieder engagiert.“ Das Figurentheater mit Musik und Videos kommt am 7. Dezember nach Kreuzlingen. Zuvor - am 6. November - gibt das Theater Saft „Der kleine Mann“, frei nach dem Klassiker von Erich Kästner.
Deville live
Ein besonderes Highlight gönnt sich das Theater mit einem Doppelauftritt von Dominic Deville, der durch seine Late-Night Show im Schweizer Fernsehen SRF1 nun auch überregional bekannt ist. „Live ist er aber noch viel besser“, sagt Birgit Auwärter. Der gelernte Kindergärtner spielt zunächst am 28. Oktober sein Stück „Kinderschreck“ und anschliessend am 29. Oktober den „Bühnenschreck“. Birgit Auwärter, die selbst Lehrerin ist, freut sich besonders auf die sogenannte „pädagogische Apokalypse in knapp zwei Schullektionen“: „Das ist nicht nur für Pädagogen lustig. Jeder kennt doch die Pannen im Schulalltag.“
Alle Facetten des Lebens
Sabina Deutschs musikalische Westernparodie „Desperado“ am 24. September und das Musik-Kabarett von Schertenlaib und Jegerlehner am 19. November zeigen beide, dass auch bodenständige Schweizer temperament- und fantasievoll sein können. „Die Menschen, die diese Saison bei uns auftreten, zeigen alle Facetten des Lebens“, sagt Birgit Auwärter. „Insofern glaube ich nicht, dass unsere Konzentration auf regionale Künstler eine Einschränkung für das Programm im Theater an der Grenze bedeutet.“
Der Verein
Das Kreuzlinger Theater wird von einem Verein getragen. Der Vorstand und alle Helfer bei den Aufführungen arbeiten ehrenamtlich. Die Mitglieder zahlen 50 Franken Jahresbeitrag, Paare 80 Franken. Im Gegenzug bekommen die Mitglieder Theaterkarten jeweils mit zehn Franken Ermässigung. Eine Mitgliedschaft kann sich also schnell amortisieren, doch den meisten Mitgliedern geht es darum, die Idee des Theaters in Kreuzlingen zu unterstützen. (inka)

Von Inka Grabowsky
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