von Medienmitteilung, 25.11.2022
Schenkung: Signer-Skulpturen für das Kunstmuseum St.Gallen

Besonderer Neuzugang: Die Sammlerin Ursula Hauser verschenkt acht Skulpturen von Roman Signer aus den Jahren 1971 bis 1998. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)
Die Objekte beschäftigen sich mit dem für das Schaffen des Künstlers zentralen Element des Wassers. Roman Signer hält dieses in seinen prozessualen Momenten fest, die sich der bildenden Kunst in skulpturaler Form bis zu diesem Zeitpunkt entzogen hatten. „Mit seinen «kleinen Ereignissen» und oben genannten Werken definierte er die Skulptur nochmals neu und schuf in der Folge ein Gesamtwerk von Weltgeltung“, schreibt das Museum in einer Medienmitteilung.
Die geschenkten Werke erweitern demnach die Sammlung des Kunstmuseums auf ideale Weise und setzen einen neuen Schwerpunkt bei den seltenen frühen Skulpturen von Roman Signer: «Wasserleiter», 1971, «Grosser Tropfen», 1973, «Kraft des Regens 1», 1974, «Treppe», 1976 und «Regen-Simulator», 1977.

Werke sollen 2023 öffentlich präsentiert werden
Das Kunstmuseum St.Gallen zeigt 2023 eine Präsentation, in der die neu geschenkten Skulpturen erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden.
In der «Grosse Tropfen» von 1973 füllt Roman Signer eine Latexhaut in einem Stahlrahmen mit Gummi-Membran mit 25 Litern Wasser. Das Gewicht des Wassers dehnt die Hülle und formt einen Tropfen. Je nach Beleuchtung ergeben sich vielfache Effekte der Brechung und Spiegelung im Raum. Dadurch, dass das Wasser in der Latexmembran im Laufe der Zeit verdunstet, kehrt die Latexhaut in ihren ursprünglichen Zustand zurück.
Schlüsselwerke aus dem Schaffen von Roman Signer
«Wasserleiter», 1971, und «Treppe», 1976, sind laut Kunstmuseum St. Gallen ikonische, prozessuale Arbeiten, die zu den Schlüsselwerken von Roman Signer gehören. „Beide bilden ein Grundvokabular, das er in den folgenden 50 Jahren zu einem künstlerischen Universum ausgeweitet hat.
«Kraft des Regens 1», 1974, und «Regensimulator», 1977, sind zwei Werke, „die sich perfekt mit den Zeichnungen von Roman Signer verbinden, die Rudolf Hanhart 1978 für die Sammlung des Kunstmuseums St.Gallen erwerben konnte“, heisst es in der Mitteilung weiter.
Frühe Förderin von Signer
Ursula Hauser ist eine frühe Förderin von Roman Signer. Seit seiner ersten Ausstellung in der Galerie von Wilma Lock, 1973, schuf sie nach ANgaben des Museums eine umfassende Sammlung seiner Werke. Anlässlich des 80. Geburtstags von Roman Signer schenkte Ursula Hauser 2018 dem Kunstmuseum die grossformatige Installation «Blaues Fass: Schneise im Feld», die 1999 für die Biennale di Venezia für einen Raum im von Bruno Giacometti errichteten Schweizer Pavillon entstanden war.
Zu diesem Anlass erhielt das Kunstmuseum St.Gallen auch ihre exquisite Serie von 22 Zeichnungen und Projektentwürfen, die zwischen 1976 und 1986 entstanden sind.
Ähnliche Beiträge
Zwei Hundertjährige, die ausstiegen und malten
Die Künstler Anton Bernhardsgrütter und Johannes Diem begegnen sich posthum im Kreuzlinger Museum Rosenegg. Sie haben viel mehr gemein als ihr Alter. mehr
Wer soll das denn bezahlen?
450 Franken für die Teilnahme an einer Ausstellung? Während sich Künstler:innen über solche neuen Geschäftsmodelle beklagen, erklärt die Romanshorner Galerie, wie es zu der Ausschreibung kam. mehr
Lina Maria Sommer erhält Adolf Dietrich-Förderpreis
Die Thurgauische Kunstgesellschaft vergibt ihren mit 15`000 Franken dotierten Förderpreis an junge Künstlerinnen und Künstler. Die diesjährige Preisträgerin stammt aus Weiern bei Wittenwil. mehr