von Rolf Müller, 23.09.2014
Preiswürdiges Profil

"Ein Film zu Hause bietet vieles – das Kino aber bietet mehr“, sagte Regierungsrätin Monika Knill am Montag bei der Verleihung des Thurgauer Kulturpreises 2014. Gefeiert wurde das Frauenfelder Cinema Luna.
Rolf Müller
Seit 20 Jahren ist der Verein Frauenfelder FilmfreundInnen mit dem Studiokino Cinema Luna eine verlässliche und feine Alternative zu den Multiplex-Kinopalästen mit ihren Blockbustern. Angefangen hatte der Betrieb 1994 bescheiden in einem alten Coiffeursalon an der Bahnhofstrasse. Heute werden sieben Tage die Woche aktuelle Studiofilme im Originalton mit Untertiteln gezeigt, oft auch einheimische Produktionen.
Profil als Erfolgsfaktor
2011 bezog das Kino einen Neubau hinter dem Bahnhof, verfügt seither über einen Saal mit 32 Plätzen, einen mit 80 Plätzen sowie über eine moderne digitale Projektionsanlage. Für die beste Programmation räumte es von 1997 bis zur Einstellung der Auszeichnung 2006 jedes Jahr den ersten Preis des Bundesamtes für Kultur in der Kategorie Landkino ab.

Hoher kulturpolitischer Stellenwert der cineastischen Angebotsvielfalt: Marc Wehrlin. (Bilder: Rolf Müller)
Die Laudatio bei der Verleihung des Thurgauer Kulturpreises hielt darum mit Marc Wehrlin, ehemaliger stellvertretender Direktor des nämlichen Bundesamtes und Leiter der Sektion Film, eine berufene Stimme. Als Hauptgründe für den Erfolg machte er den Mut zum cineastischen Profil und die Kontinuität im freiwilligen Engagement des Vereins aus. Er wies auf die kulturpolitisch bedeutsame Angebotsvielfalt insgesamt hin und betonte: „Mit dem Cinema Luna verbinde ich Qualität und Vielfalt“.
Kriterien für die Auszeichnung
Aber welche Kulturschaffende und -vermittler kommen überhaupt in die Kränze für den Thurgauer Kulturpreis? Hans Jörg Höhener, Präsident der kantonalen Kulturkommission, nannte nebst dem Qualitätsaspekt zwei weitere Kriterien: Das Werk soll eine überregionale Ausstrahlung haben und die Verantwortlichen müssen eine Risikobereitschaft in ihrem Schaffen zeigen. Und: Der Preis ist begehrt. „Immer mehr melden sich Personen gleich selbst und empfehlen sich für die Auszeichnung“.
So gehe das aber selbstverständlich nicht. Obwohl alle Vorschläge geprüft würden, habe die Kulturkommission selbst auch Ideen, begleite und beobachte Kulturschaffende und Organisationen. Zusammen mit dem Kulturamt und nach vielen Diskussionen werden dem Regierungsrat dann meistens zwei Dossiers als Vorschläge unterbreitet. Die Kommission sei jeweils auch gespannt, wer das Rennen mache. Der Preis sei Motivation und Auszeichnung: „Nöd lugg loh!“.

Kollektive Ehrung für Mitarbeit an kultureller Vision: Martina Dumelin.
Diesen Ball nahm Martina Dumelin, Präsidentin des Vereins Frauenfelder FilmfreundInnen, bei der Preisverleihung gerne auf: „Es ist eine Ehrung für ganz viele, die all die Jahre an unserer kulturellen Vision mitgearbeitet haben“. Sie gelte nicht nur dem Vorstand und der Leitung, sondern auch dem Bund, dem Kanton, der Stadt Frauenfeld, den vielen Gönnern und natürlich dem Stammpublikum.
Reinvest in Betrieb
Rund 2000 Stunden jährlich werde für das Cinema Luna Freiwilligenarbeit geleistet - ein Umstand, den Monika Knill, Departementsvorsteherin Erziehung und Kultur, in ihrer Rede als gesellschaftsverbindendes Element gewürdigt hatte. Das Preisgeld in der Höhe von 20‘000 Franken werde nun aber nicht etwa für ein üppigeres Vereinsreisli verwendet, sondern wieder in den Betrieb und in Filme ab vom grossen Mainstream investiert, versicherte Dumelin voller Freude.
Drive von der grünen Insel, aber voll aus dem Thurgau: „A Little Green“.
Moderiert wurde der Abend im Frauenfelder Eisenwerk von Kulturamtschefin Martha Monstein, die zur Begrüssung in ihrem Bündnerdialekt „ä gueti Luna“ - eine gute Stimmung - wünschte, was ja bestens zum Cinema Luna passe. Dieser Wunsch erfüllte sich spielend. Mit dazu trug auch die vierköpfige Thurgauer Band „A Little Green“ bei, die mit irischem Schwung die Verleihung des Thurgauer Kulturpreises 2014 musikalisch umrahmte.
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Berichterstattung art-tv.ch zur Preisverleihung
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Weitere Artikel zum Thema
Ehrenoscar für das Cinema Luna - Thurgauer Zeitung vom 23.9.2014
Chance für die Besten - thurgaukultur.ch vom 29.6.2014
Portrait: 20 Jahre Cinema Luna - thurgaukultur.ch vom 16.3.2014
Hans Jörg Höhener, Kulturwächter? - thurgaukultur.ch vom 16.5.2013

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