30.03.2014
Ittinger Sonntagsmusik

Das fünfte Sonntagskonzert der Saison hatte in der Kartause Ittingen drei Klaviertrios von Haydn, Debussy und Schubert auf dem Programm. Wie meistens spielten diesmal Hanna Weinmeister (Violine), Anita Leuzinger (Cello) und Anton Kernjak (Klavier) vor vollem Saal. Draussen strahlte der Himmel, es zogen Wandervögel vorbei, verlustierten sich Hungrige im Restaurant Mühle. Vor solcher Kulisse Menschen in einen Saal zu locken, schaffen nur hervorragende Musiker.
Das Trio spielte zwei frühe Stücke von Haydn und Debussy. Das war eine Überraschung. Haydn komponierte das Klaviertrio C-Dur Hob. XV:27 noch für das Piano, Violinie und Cello waren als Begleitung für begabte Klavierschüler gedacht. Bei Debussys Klaviertrio G-Dur handelte es sich um eine Komposition des 18-Jährigen, die erst in den 1980er Jahren in Amerika entdeckt worden war, rund und schön anzuhören, wenn auch noch den Vorbildern des Studenten verpflichtet.
Schuberts Klavietrio B-Dur D 898 wird als eines von zweien oft gespielt und klang trotzdem neu in der Remise der Kartause. Dafür sorgten die beiden glänzenden Streicherinnen, aber auch der Pianist, der leise Töne wie in Watte zu verpacken versteht. - Kammermusik klingt nicht überall optimal, die ausgezeichnete Akustik des Ittinger Konzertsaals bereitet ihr aber einen wunderbaren Resonanzraum. (ho)
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