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von Inka Grabowsky, 12.06.2016

Nacht der Sinne - Romantik pur

Nacht der Sinne - Romantik pur
Philip Taxböck und Astrid Keller erzählen Märchen im Zauberwald. | © Inka Grabowsky

Zum ersten Mal war der Kreuzlinger Seeburgpark Teil der „Langen Nacht der Bodenseegärten“. Einheimische und Touristen genossen am Samstag Abend Musik, Literatur, Botanik und Kulinarik.

Bilder und Text: Inka Grabowsky

Eine „Nacht der Sinne“ wollte die Stadt organisieren - und das hat sie mit Bravour geschafft. Stadträtin Dorena Raggenbass hatte die Teilnahme an der Veranstaltungsreihe angeregt, umgesetzt haben die Pläne viele Kreuzlinger und Konstanzer Künstler - allen voran das See-Burgtheater, das seit 16 Jahren immer wieder den Seeburgpark zur Bühne macht.

Noch nie zuvor allerdings war das Innere der grossen Thuja Kulisse für eine Aufführung. Astrid Keller las dort unter musikalische Begleitung von Philip Taxböck aus Scheherazades Geschichten aus 1001 Nacht (Bild ganz oben). „Jetzt haben wir endlich mal die nicht-jugendfreie Version gehört“, kommentierte ein Zuschauer beeindruckt. Zeitgleich sang Astrid Kellers Tochter und Ensemble-Kollegin Marie Lisa Huber unter Begleitung von Volker Zöbelin Rosenlieder im Rosengarten. Mehr Romantik schaffte später am Abend nur das Streichtrio der Südwestdeutschen Philharmonie.

Maria Lisa Huber und Volker Zöbelin präsentieren „blümerante Lieder".

Der Campus Kammerchor Kreuzlingen aus PMS und PHTG bespielte die Fassade des Schlosses und den Vorplatz. Ihre a-cappella Version von „die Gedanken sind frei“ wird manchen Zuhörer als Ohrwurm durch die Nacht begleitet haben - wenn er ihn nicht durch Saxophon Quintette von Stefan Frommer oder die Trommel-Performance von Heinz Lieb ersetzt hat.

Der Campus Kammerchor für einmal nicht UNTER der Leitung von Manuela Eichenlaub, sondern hoch ÜBER ihr

Sinnliches Erleben schliesst Lernen nicht aus. Das bewiesen Daniel Appert von der Stadtgärtnerei und die Kräuter-Experten Judith Degen bei ihren Führungen durch Rosen- oder Kräutergarten. Nach ihrem Vortrag wusste man, warum früher nur Männer Lavendel pflanzen sollten (er hilft gegen Unkeuschheit), dass Thymian quasi ein Antibiotikum ist, Efeu gegen Cellulite hilft und Pfefferminze aphrodisierend und appetitanregend wirkt. Auf diese spezielle Nachhilfe konnten die Besucher offenkundig verzichten. Der Degustationsstand, an dem Spezialitäten von Chocolat Bernrain wie auch die Bio-Weine aus dem Seeburgpark probiert werden konnten, war auch ohne vorherigen Pfefferminz-Genuss beständig umlagert.

Judith Degen erklärt die Geheimnisse des Kräutergartens.

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