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von Inka Grabowsky, 17.12.2014

Irma in den Startlöchern

Irma in den Startlöchern
Letzte Proben: Claudia Kuebler (rechts) als Irma la Douce. | © Katja Angermaier

Bei der Zentrumbühne Bottighofen wächst langsam die Anspannung. Nach einem dreiviertel Jahr Probenarbeit naht die Premiere des Musicals „Irma la Douce“ am 27. Dezember.

Inka Grabowsky

Das Bühnenbild ist fertig, die Kostüme sitzen, der Text auch.„Jetzt müssen nur noch die Lacher vom Publikum an der richtigen Stelle kommen“, witzelt ein Schauspieler. „Vielleicht sind es ja auch Buhrufe“, gibt der nächste zurück. Wahrscheinlich ist dies aber nicht. Die Zentrumbühne macht seit 33 Jahren professionelles Theater mit Laiendarstellern.

„Der Aufwand, den wir bei jeder Produktion betreiben, ist gewaltig“, sagt Vereinspräsident Werner Spirig. In diesem Jahr betrage das Budget rund 200.000 Franken, allein die Rechte für das Musical „Irma la Douce“ schlügen mit 25.000 Euro zu Buche. Die Gagen der wenigen Profis nehmen sich dagegen ausnehmend bescheiden aus. In diesem Jahr ist nur die Hauptdarstellerin Claudia Kuebler eine ausgebildete Musical-Darstellerin.

30 Jahre begeisterter Laiendarsteller

An Erfahrung ist ihr ein Laie überlegen: Der Ermatinger Lehrer Jean-Pierre Golliez ist schon seit dreissig Jahren im Theaterverein aktiv und gilt als Urgestein der Zentrumbühne. In diesem Jahr spielt der Bob, den Barkeeeper und den Conférencier. „Ich bin 1984 über einen Kollegen in das Theater hineingerutscht und habe Blut geleckt“, erzählt er.

„Die Arbeit auf der Bühne ist ein perfekter Ausgleich zur Arbeit mit den Schülern im Alltag.“ Ausserdem lerne er viel, was er dann wiederum im Schultheater weitergeben könne. „Vor der Premiere frage ich mich jedes Mal ‚warum tue ich mir das bloss an’, aber wenn dann der Einsatz kommt, geniesse ich es, die Menschen zu begeistern.“

Alte Hits neu arrangiert

„Wir legen grossen Wert auf die Musik“, so Präsident Spirig. „Deshalb sind wir froh, dass wir zu günstigen Konditionen Goran Kovacevic als musikalischen Leiter gewinnen konnten.“ Der renommierte Akkordeon-Spieler hat die preisgekrönte Musik des Musicals so komprimiert, dass nun vier Musiker einen ähnlichen Effekt erzielen wie das zehn Mann starke Orchester der Originalfassung. „Aus akustischen und platztechnischen Gründen begnügen wir uns mit Klarinette respektive Saxophon, Bass, Akkordeon und Klavier“, erklärt der Musiker.

Berühmte Vorbilder

„Irma la Douce“ ist vor allem durch den Hollywood Film von Billy Wilder bekannt. Der Stoff stammt aber aus einem Musical von Marguerite Monnot und Alexandre Brefort aus den fünfziger Jahren. Mit diesem Original arbeitet die Regisseurin Astrid Keller, auch wenn sie den Film ihres Berufskollegen Wilder genau kennt. Angst, sich mit dem Star vergleichen zu lassen, hat sie nicht. „Im Gegenteil – wir haben vom Film profitiert und uns inspirieren lassen.“ Sie hat das Stück unter anderem deshalb ausgesucht, weil es so bekannt ist und dementsprechend auch viel Publikum anzieht.

Die Rechnung scheint aufzugehen: 300 Plätze fasst der Theatersaal in Bottighofen. 14 Tage vor der Premiere waren schon über die Hälfte der Karten verkauft. „Wir haben Stammgäste aus der ganzen Ostschweiz“, sagt Fritz Bruno Wirz, der Produktionsleiter. „Insofern ist es schon möglich, dass wir die zwölf Vorstellungen wie üblich vor vollem Haus spielen können.“


***

Mehr zum Thema:

Lebenslust in Bottighofen - thurgaukultur.ch vom 28.10.2014

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Alle Informationen und der Link zum Vorverkauf hier: 

www.zentrumbuehne-bottighofen.ch

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