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von Roland Schäfli, 05.08.2026

Homer lag falsch: Odysseus war ein Thurgauer!

Homer lag falsch: Odysseus war ein Thurgauer!
Die Odyssee muss neu kartiert werden: Die Irrfahrten führten durchs antike Thurgau. |

Homer hat da etwas verwechselt. Odysseus war kein Grieche – er war ein waschechter Thurgauer. Wie neueste Recherchen von Thurgaukultur belegen, haben die Altphilologen 2000 Jahre lang am falschen Ort gesucht. Die sagenhaften Heldentaten wurden im antiken Thurgau vollbracht.  (Lesedauer: ca. 3 Minuten)

Die Irrfahrt des Odysseus

Die Irrfahrten dauerten zehn Jahre. Also ungefähr so lange wie grössere kantonale Bauprojekte, inklusive Vernehmlassung, Mitwirkung, Richtplananpassung, Einsprachen und einer erneuten Überarbeitung.

Der Zyklop

Der Zyklop galt lange als einäugiges Fabelwesen. Heute weiss man: Es handelte sich um den letzten Besucher der WEGA, der beim Heimweg nur noch ein Auge offenhalten konnte.

Das Trojanische Pferd

Das Trojanische Pferd war nach heutiger Lehrmeinung gar kein hölzernes Pferd, sondern der Shuttle-Bus vom Bahnhof ans Openair Frauenfeld. Wer ihn passieren liess, hatte kurze Zeit später Zehntausende plündernde Besucher innerhalb der Stadtmauern.

Die Sirenen

Auch bei den Sirenen hat Homer sich vertan: Gemäss neuesten Forschungsergebnissen waren sie gar nicht im Mittelmeer, sondern an der Seestrasse zwischen Steckborn und Romanshorn stationiert. Sie lockten mit betörenden Gesängen vorbeifahrende Automobilisten: „Gratis-Parkplätze direkt am Hafen!“ und „Hier gibt’s noch Bauland mit Seesicht zu alten Landpreisen!“

Die böse Zauberin

Die Zauberin Kirke verwandelte Männer in Schweine. Literaturwissenschaftler gehen heute aber davon aus, dass Homer lediglich die Eröffnung einer Thurgauer Beizenfasnacht beobachtet hatte.  

Die Göttin Kalypso

Die Göttin Kalypso machte Odysseus willenlos, so dass er sieben Jahre lang ihre Insel nicht verliess. Am Ende hatte er sein ganzes Hab und Gut eingebüsst und kehrte als Bettler zurück. In der Thurgauer Realität ist Kalypso also eine überteuerte Ferienwohnung am Untersee. 

Penelopes Gewebe

Odysseus Ehefrau Penelope webte tagsüber ihr Leichentuch und trennte nachts alles wieder auf. Das legt den Schluss nahe: Sie arbeitete am Projekt der Bodensee-Thurtal-Strasse.

Das Totenreich Hades

Odysseus stieg ins Reich des Hades hinab und traf dort auf Gestalten aus längst vergangenen Zeiten. Offenbar hatte er einen Landfrauen-Nachmittag besucht.

Skylla

Bei Homer ist Skylla ein schreckliches Monster, das mit Hundegebell nach Seeleuten schnappt. Im Thurgau handelt es sich um schreckliche Hündeler, die ihre kleinen Monster grundsätzlich nicht anleinen, obwohl sie nach Joggern und Bikern schnappen.

Charybdis

Bei Homer ist Charybdis ein sich ständig drehender Strudel, der ganze Schiffe in die Tiefe reisst. In Frauenfeld liegt die gefährlichste Passage im unterirdischen Kreisel. Wer ihn durchqueren will, muss sich erst in die Unterwelt begeben. 

Lotosblüten

Auch hier irrte Homer: Wenn seine Helden Lotosblüten essen, vergessen sie ihre Heimat und wollen sich dort niederlassen. Wahrscheinlicher ist, dass damit die Wirkung von Thurgauer Apfelküchlein beschrieben wurde.

Poseidon

Wann immer sich Odysseus der Heimat nähert, entfesselt Poseidon verheerende Stürme. Diesen Fluch kennen die Segler am Bodensee: Kaum haben sie Segel gesetzt, kommt eine Sturmwarnung. 

Die Rinder des Helios

Odysseus warnte seine Mannschaft vor dem Risiko, die heiligen Rinder anzurühren. Agrarhistoriker sind sich einig, dass sie lediglich im Seebachtal eine Weide mit Mutterkühen betreten hatten.

Die Freier der Penelope

Penelope wurde von aufdringlichen Freiern belagert, die sie drei Jahre auf ihre Kosten bewirten musste. Forschende identifizieren sie heute als Winzerin am Weinfest Iselisberg während der Gratisdegustation.

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«Der Thurgaukler» ist eine satirische Kolumne über den Zustand unserer Gesellschaft – lokal verankert, aber allgemein verständlich. Die Kolumne ist eine humorvolle Bestandesaufnahme unserer Gegenwart: bissig, manchmal melancholisch, oft übertrieben, aber nie zufällig. Gelacht wird nicht über Menschen, sondern über Denkweisen, Ausreden und Zeitgeister.

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