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22.05.2016

In Bischofszeller Gärten

In Bischofszeller Gärten
Modell der Stadt Bischofszell von Ernst Hohermuth | © Historisches Museum

Der Historische Vereins des Kantons Thurgau hat sich am Samstag mit der weitgehend unerforschten Geschichte der Bischofszeller Gärten befasst. Die 100 Teilnehmer der Jahresversammlung besichtigten einen Pfarrgarten, einen ehemaligen Totenacker, der heute als Spielplatz dient, und zwei neuere öffentlich zugängliche kleinere Gartenanlagen.

Als besonders prächtig erwies sich ein historisch anmutender Privatgarten, der in den letzten dreissig Jahren erstellt wurde. Wenig erfreut zeigte sich der Besitzer, als ihn die Besucher auf den in seinen Buchsbäumen nistenden Buchsbaumzünsler hinwiesen.


Gartenthema am Modell vertieft

Die Geschäftsführerin des Historischen Museums Bischofszell, Alexandra Rückert, vertiefte das Gartenthema anhand eines Modells der Stadt Bischofszell, das selber eine Sehenswürdigkeit darstellt. Geschaffen wurde es vom Hafner Ernst Hohermuth (1914–1980), der sich 20 Jahre lang damit beschäftigte. Hinweise zur Architektur fand er in Ansichten, Publikationen und im Gespräch mit Fachleuten. Besonders die Planvedute von 1760/70 war ihm ein wichtiges Dokument.


Seit einem Jahr aufgefrischt

Doch im Modell sind auch neue Elemente enthalten: eine Trafostation oder die Beschriftung der Pizzeria da Mario. Das Modell stand, als Geschenk an die Stadt, im alten Steigschulhaus und in einem Zivilschutzraum. Es verschwand in der Dunkelheit und allmählich aus der Erinnerung der Bevölkerung. Seit dem 1. März 2015 steht es aufgefrischt im Museum an der Marktgasse 4, wo ihm ein eigener Raum gewidmet ist. (pd Historischer Verein)

 

Legatefonds aufgelöst

Im statuarischen Teil der Exkursion, der in der Kornhalle am Grubenplatz abgehalten wurde, genehmigten die Mitglieder einstimmig die Auflösung des Legatefonds und dessen Überführung in die ordentliche Vereinsrechnung. Eine unübersichtliche Staatsrechnung möge einer Regierung Handlungsspielraum gewähren, kommentierte André Salathé, Präsident des Historischen Vereins und Thurgauer Staatsarchivar. In einem Verein sei eine unübersichtliche Rechnung sinnlos. Er betonte, dass es weiterhin sinnvoll sei, dem Historischen Verein Spenden zukommen zu lassen.


Zur Finanzierung eines zusätzlichen Bands der Reihe „Thurgauer Beiträge zur Geschichte“ wurden dem Legatefonds im letzten Rechnungsjahr 40‘000 Franken entnommen. Es handelte sich um die Aufarbeitung der Geschichte des Kinderheims Fischingen; der Band war gleich nach Erscheinen ausverkauft. Der Historische Verein des Kantons Thurgau veröffentlich seit 1861 jährlich einen Beitrag zur Thurgauer Geschichte. (pd)

 

Lesen Sie hier bitte mehr zu den Garten-Exkursionen des Historischen Vereins, wenn Sie mögen.

 

 

www.hvtg.ch

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