von Rolf Müller, 15.09.2014
Frauenfeld - eine Kulturstadt?

Eine angehende Kulturmanagerin will mittels Online-Umfrage wissen, wie in der Hauptstadt lebende Menschen das Kulturangebot nutzen und erleben. Nach dem Studium steigt die Bankfrau ganz auf Kultur um.
Rolf Müller
Sie ist in Frauenfeld aufgewachsen und lebt noch immer hier: Tanja Gubler, die in Zürich in einer Privatbank im Vertragsmanagement tätig ist, daneben studiert und 2016 den Master in Kulturmanagement abzuschliessen will.
Die 31-Jährige glaubt, dass die hiesigen Kulturangebote einerseits nicht über die Massen bekannt sind – das heisst: von den Veranstaltern auch möglicherweise etwas zu wenig aktiv nach aussen getragen werden. Und andererseits, dass die Stadt generell noch zulegen könnte. Um das zu überprüfen, hat sie im Rahmen des Studiums eine Online-Unfrage lanciert (siehe Link ganz unten).
Einfach ausfüllen
Die Umfrage ist im positiven Sinn einfach angelegt: in wenigen Minuten durchgeklickt und abgeschickt. Man gibt Angaben zu eigenen Kulturinteressen, wird gefragt, welche Anlässe in Frauenfeld man kennt und wie oft besucht, vergleicht das Angebot mit anderen Städten, macht sich Gedanken zur Korrelation von Kultur und Image, sagt etwas über die Informationsquellen (leider fehlt thurgaukultur.ch im Katalog – bitteschön einfach in „Andere“ angeben) und darf Wünsche äussern.
Gubler, die privat gerne kreativ arbeitet, sich aber nicht ins Schaufenster stellen will, warf das Netz zur Informationsgewinnung vor einer Weile mittels Flugblättern aus, die sie in 500 Briefkästen der Hauptstadt mit ihren knapp 25‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern verteilte. Der Rücklauf war ernüchternd: nicht mal 30 digitale Resonanzen waren es bisher. Das muss sich ändern. Und zwar bis Ende September. So lange läuft die Umfrage.
Zukunft in der Kultur
Interessiert an den Ergebnissen dürfte nebst thurgaukultur.ch auch Christof Stillhard, der städtische Kulturbeauftragte, sein. Nach Erlangung des Masters will Gubler dem Bankenwesen den Rücken kehren und in einer Stiftung oder in der Kulturförderung arbeiten.
![]() |
Zur PersonTanja Gubler (31) ist eine Frauenfelderin. Ihre Zürcher Arbeitskollegen sagen ihr schon lange freundschaftlich: Du gehörst nicht in ein Büro. Zuletzt im Kino sah sie „Monsieur Claude und seine Töchter“; sie schätzt französische Filme generell. Ihr Lieblingsalbum ist die aktuelle Scheibe von Paolo Nutini, auf dem Nachtisch liegt – wen wunderts? – Fachliteratur zur Kulturpolitik der Schweiz. (rom) |
Der Link zur Umfrage (Einsendeschluss 30.9.14):

Weitere Beiträge von Rolf Müller
- Immer samstags (Video) (07.02.2015)
- Wechseln, weiterziehen (20.01.2015)
- Finale mit Schüssen (28.11.2014)
- JMK bereit für SRF-Show (15.11.2014)
- Welches Schweizer Niveau? (26.08.2014)
Kommt vor in diesen Ressorts
- Kulturpolitik
Kommt vor in diesen Interessen
- Umfrage
Ähnliche Beiträge
«Am Puls der Zeit»
Seit mehr als 10 Jahren gibt es thurgaukultur.ch. Wie kommt das in der Kulturszene an? Wir haben einige Akteure aus dem Thurgauer Kulturleben dazu befragt. Das sind ihre Antworten. mehr
Neue Ideen in Museumsdebatte
Der Regierungsrat hat erklärt, wie es aus seiner Sicht mit Kunstmuseum und Historischem Museum weitergehen soll. Aber ist das der Weisheit letzter Schluss? Wir haben uns umgehört. mehr
Mein liebstes Stück
Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 22. Mai, haben wir Thurgauer Direktorinnen und Direktoren nach dem Alleinstellungsmerkmal ihrer Häuser und ihrem liebsten Stück gefragt. Eine Rundschau. mehr


