von arttv, 02.08.2023
Der Kosmos von Haris Epaminonda

Im Schaffen von Haris Epaminonda (*1980 Nikosia, Zypern) geht es um die Auseinandersetzung mit einem komplexen, kulturhistorischen Kosmos.
In ihrer künstlerischen Praxis, die Collage, Installation, Film und Fotografie umfasst, untersucht Haris Epaminonda das Eigenleben von Bildern, ihre Kraft, Essenz und Logik. Dabei greift Haris Epaminonda auf vorgefundenes Bildmaterial zurück. An der 58. Biennale von Venedig erhielt sie 2019 den Silbernen Löwen für «eine vielversprechende junge Teilnehmerin der Internationalen Ausstellung May You Live in Interesting Times».
Jetzt das ganze Video ansehen
Raumgreifende Installationen erzeugen neue Narrative
Die collagenartigen Kombinationen von Fotografien, Filmen, Skulpturen, Objekten sowie vorgefundenen Gegenständen und Bildern überführt die zypriotische Künstlerin in raumgreifende Installationen und vielschichtige Erzählungen. Ihre Motive entstammen unterschiedlichsten Quellen und lassen Raum für zahlreiche Assoziationen. Ihre Faszination für vorgefundenes Bildmaterial zeigt sich in eigenwilligen Bildkompositionen, die Zeiten und Orte miteinander verknüpfen und mittels Rekontextualisierung neue Narrative erzeugen. Wiederkehrende Motive in ihrem Werk sind die Beschäftigung mit archetypischen Formen, mit Farben, Licht, Komposition, Figuration und Abstraktion.
Seit 2007 arbeitet die Künstlerin gemeinsam mit Daniel Gustav Cramer (*1975 Neuss) seit 2017 am fortlaufenden Projekt «Infinite Library». Es handelt sich um ein stetig wachsendes Archiv von Büchern, die jeweils aus den Seiten eines oder mehrerer gefundener Bücher erstellt und neu gebunden werden.
2012 nahm Epaminonda an der documenta 13 in Kassel teil. An der 58. Biennale von Venedig erhielt sie 2019 den Silbernen Löwen für «eine vielversprechende junge Teilnehmerin der Internationalen Ausstellung May You Live in Interesting Times». 2022 nahm sie an der 34. Biennale in São Paolo sowie an der europäischen Biennale Manifesta 14 in Kosovo teil.
Die Ausstellung
Haris Epaminonda | VOL. XXIX | Kunstmuseum St.Gallen | 8. Juli 2023 bis 14. Januar 2024 | Kuratiert von Nadia Verone

Weitere Beiträge von arttv
- Das Leben als Überlebens-Game-Show (01.07.2026)
- Einladung in die Welt des UKW-Radios (30.06.2026)
- Künstler im Wandel (02.07.2026)
- Willkommen am «Kipppunkt» (23.06.2026)
- Kunst aus Alltagsgegenständen (25.06.2026)
Kommt vor in diesen Ressorts
- Kunst
Kommt vor in diesen Interessen
- arttv.ch
- Vorschau
- Bildende Künste
Ähnliche Beiträge
Gipfeltreffen der Subkulturen
Als würden sich Donnie Darko und James Cameron begegnen: In einer neuen Ausstellung in Diessenhofen treffen düstere Emofiguren auf bunte, avatargleiche Fabelwesen. mehr
Einladung in die Welt des UKW-Radios
In der Kunsthalle Arbon zeigt das Künstler:innen-Kollektiv BLABLABOR eine Installation, die sich mit dem Radio als akustischem und ästhetischem Medium auseinandersetzt. mehr
Künstler im Wandel
Fabrice Hyber erprobt Rollen, bricht Handlungsmuster auf und bezieht das Publikum aktiv ein. In den Kunstmuseen Thurgau und Thun kann man das jetzt im Detail beobachten. mehr

