von Kathrin Spycher, 04.05.2009
Blechbläser mit Engelsstimme

Das Pullup Orchestra rund um den Steckborner Bandleader und Produzenten Philipp Labhart tourt seit knapp zwei Jahren durch Europa. Seit kurzem liegt der zweite Silberling, «Thanks to the Opera», auf.
Kathrin Spycher
Hinter dem, was auf der Bühne wie ein quecksilbriger, groovender Haufen Blechbläser daherkommt, steckt mehr als ein «Klimmzug» (engl.: pull-up): Das Pullup Orchestra - das sind 10 energiegeladene Musiker (Trompete, Tuba, Saxophon, Perkussion)- ist seit Sommer 2007 regelmässig europaweit auf Tour, von Frauenfeld, St. Gallen, Winterthur über Barcelona, Avignon, Toulouse, Wien und Berlin. «Wir wollten etwas machen, was auf Strasse und Bühne gleichermassen funktioniert», sagt der Steckborner Bandleader und Produzent (Hinterhaus Records) Philipp Labhart.
Video:
Aus der Jazz-Brassband wurde eine eingeschworene Swiss-Hiphop-Jazz-Brassband, die nach einem über 1000-mal verkauften Debüt-Album («10 for Franklin», 2008) nun den neuen Tonträger «Thanks to the Opera» vorlegt, der geschliffener und neben den auf Radio-Streams abgestimmten Hiphop-Remixes fast so feurig und spielfreudig wie der satte Live-Sound daherkommt. Lukas Meier (Snaretrommel, Perkussion), Samuel Mock (Basstrommel, Perkussion), Andres Mock (Perkussion), Baldur Stocker (Tuba), Sylvain Bischof (Posaune), Sebastian Strinning (Tenorsaxophon), Niklaus Hürny (Trompete), Philipp Labhart (Trompete) und Samwhaa! (Rap) sind hörbar zur musikalischen Einheit zusammengewachsen. Arrangiert haben die sieben neusten Songs Philipp Labhart und Lukas Meier.
Eine Entdeckung ist die Gaststimme der St. Galler Sängerin Valérie Maerten (leider noch etwas zu sparsam und beliebig integriert), die sich vom Mix aus Funk und Brass unangestrengt sphärisch abhebt, wogegen der teilweise oberflächlich-labberige Ostschweizer Rap mit mehr sprachlichem Tiefgang sicher noch dazugewinnen könnte. Dem markigen und mitreissenden Pullup-Sound tut er allerdings keinen Abbruch.
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Das Pullup Orchestra auf MySpace mit Hörproben
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