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Auflösungserscheinungen

Auflösungserscheinungen
Stolzes Schiff: Eine alte Kogge ist das Logo des Theater Konstanz. Passend gewählt, denn in den vergangenen Jahren gab es einige schwere Seegänge zu bewältigen. | © Michael Lünstroth

Ein Jahr vor dem Ende der Ära Nix am Theater Konstanz beginnt der personelle Aderlass am Haus: Alle Dramaturgen haben gekündigt. So steht das Theater in der letzten Spielzeit von Christoph Nix vor einem personellen Neuanfang in der Abteilung.

Dramaturgen haben an Theatern eine Schlüsselrolle. Sie entwickeln Spielpläne, erarbeiten Fassungen zu neuen Inszenierungen und sind in der Regel mit allen Leuten im Gespräch, die am Theater etwas zu sagen haben. Ja, man könnte sagen, Dramaturgen sind am Theater so etwas wie die Vermittler zwischen allen Welten. Sie können die Handschrift eines Theaters intensiv prägen. 

In dieser Hinsicht ist es für das Theater Konstanz keine gute Nachricht, dass nach Informationen von thurgaukultur.ch jetzt alle Dramaturgen gekündigt haben. Die insgesamt vier fest angestellten Dramaturgen verlassen nach Angaben mehrerer Quellen das Haus noch in diesem Sommer. Damit steht das Theater Konstanz ein Jahr vor dem Ende der Intendanz von Christoph Nix vor einer schwierigen Situation: Die Stellen nicht neu zu besetzen, kann sich das Haus nicht leisten, adäquaten Ersatz zu finden, dürfte aber ebenfalls schwierig werden. Wer lässt sich schon engagieren, wenn er weiss, dass nach einem Jahr wieder Schluss ist? Denn: Zur Spielzeit 2020/2021 übernimmt Karin Becker die Intendanz in Konstanz. An Theatern ist es üblich, dass Intendanten bei einem Wechsel oft eigene Leute für die Dramaturgie mitbringen. 

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Sind die Kündigungen auch eine Quittung für den neuen Spielplan?

Darin liegt auch ein Grund für die jetzt angekündigten Abschiede in der Dramaturgie. Das Ende der Intendanz Nix war absehbar, wer um die ungeschriebenen Gesetze der Branche bei Intendantenwechsel wusste, der hat sich zügig um eine Job-Alternative bemüht. So war es wohl im Wesentlichen auch hier. Das in der Stadt kolportierte Gerücht, die Kündigungen seien auch die Quittung für einen angeblichen Unmut der Dramaturgen über den Spielplan der Spielzeit 2019/2020, liess sich bislang nicht bestätigen.

Das Theater selbst bemüht sich um Gelassenheit. Auf eine Nachfrage an den Intendanten Christoph Nix antwortet sein Referent Daniel Morgenroth: „Zu einzelnen Personalangelegenheiten kann und will ich auch aus Datenschutzgründen keine Stellung nehmen. So viel möchte ich Ihnen aber mitteilen:  Wie Sie wissen wechselt die Intendanz im kommenden Jahr, da ist es normal, dass Mitarbeiter bereits neue Anstellungen gefunden haben und nach neuen Aufgaben suchen. Wir haben in jeder Spielzeit personelle Wechsel im Ensemble und künstlerischen wie administrativen Team gehabt und diese stets gut nachbesetzen können, so wird es auch kommende Spielzeit sein. Wir gehen fröhlich in die kommende Spielzeit.“

Christoph Nix, Intendant am Theater Konstanz. Im Herbst beginnt seine letzte Spielzeit. Bild: Michael Lünstroth

 

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