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17.07.2014

Arenenbergs Gärten im Fokus

Arenenbergs Gärten im Fokus
Laden ins Gartenparadies am Arenenberg ein: Dominik Gügel, Daniel Brogle und Martin Huber (v.l.) | © id

Der Name Arenenberg strahlt dank des Napoleonmuseums und des Bildungs- und Beratungszentrums (BBZ) weit über den Thurgau hinaus. In der Öffentlichkeit kaum bekannt ist die Vielzahl unterschiedlicher Gärten, die hier gehegt und gepflegt werden. Im Rahmen des neu gegründeten Netzwerks Bodenseegärten rücken die Gärten am Arenenberg jetzt als sehenswerte Ergänzung in den Fokus.

Auf die Frage, weshalb sich die Besucher auf dem Arenenberg so wohl fühlen, hat Martin Huber, Direktor des BBZ Arenenberg, eine ebenso einfache wie stimmige Antwort: Weil es hier lebt. Einen wesentlichen Teil dieser Lebendigkeit machen die Bildungs-, Forschungs- und Beratungsaktivitäten sowie der Seminarbetrieb des BBZ aus - und im Wortsinn natürlich die Gärten.

Auch Dominik Gügel, Direktor von Schloss & Park Arenenberg, hob anlässlich der Medienorientierung vom 17. Juli die Bedeutung der Gärten auf dem gut zwölf Hektar grossen Gelände hervor. Für ihn sind sie neben dem Napoleonmuseum und dem Schlosspark ein weiterer Grund, den Arenenberg zu besuchen. Im Rahmen des neu gegründeten Netzwerks Bodenseegärten, in dem der Arenenberg eine Schlüsselrolle spielt, sollen sie jetzt endlich die ihnen zustehende Beachtung finden. Um sie den Besuchern nahe zu bringen, sind ein Situationsplan, ein Audioguide und eine Wegweisung in Vorbereitung.

Mehr als 600 Jahre Gartentradition

Tatsächlich bieten die Gärten am Arenenberg eine abwechslungsreiche «Zeitreise en miniature», wie Daniel Brogle, Leiter der Gärtnerei, im Rahmen der Medienorientierung auf einem Rundgang vor Augen führte. Der Arenenberg blickt auf über 600 Jahre Gartentradition zurück. Sie beginnt spätestens mit den Baum-, Reb- und Wurzgärten des mittelalterlichen Narrenbergs, auf dem im Mittelalter auch ein Lustgarten zur Erbauung seiner Besitzer stand. Heute erinnert ein 2014 im alten Stil angelegter Patriziergarten an diese Zeit. Der das Schlossgut umgebende napoleonische Landschaftspark zeugt von der grossen Gestaltungslust der Bonapartes, die hier, in ihrem Thurgauer Exil, eine neue Heimat fanden.

Wunderbare Aussichten auf den Untersee inklusive

Das Schloss- und Parkensemble ist eingebettet in die wild-romantischen Hänge des Thurgauer Seerückens und bietet wunderbare Aussichten auf die mediterran anmutende Uferlandschaft des Untersees. Beeindruckend ist die Zahl der unterschiedlichen Gärten, die sich auf dem Arenenberg finden: Wein- und Baumgärten, Ackerkulturen, der Versuchsgarten mit verschiedensten Gemüse-, Kräuter- und Beerensorten, dazu ein Blumen- und Steingarten. Hinzu kommt die grandiose Parkanlage der kaiserlich französischen Familie aus dem 19. Jahrhundert. Sie steht in direktem Bezug zum Arenenberger Schloss, dessen exklusive Salons die Schönheit der Natur über unterschiedlichste Blickachsen inszenieren. Der Patriziergarten setzt dem Ensemble seit diesem Jahr die Krone auf. Auch er ist öffentlich zugänglich. Doch sinnigerweise ist die Pforte geschlossen. Besucher erhalten einen Schlüssel und können sich so – gleichsam wie Patrizier – Einlass verschaffen.

Touristisches Potenzial ist eindeutig vorhanden

«Unsere Gärten bringen Nutzen und Musse, Historie und Gegenwart auf einen gemeinsamen Nenner», fasste Martin Huber die Projektidee zusammen. Er sei überzeugt, dass das den Besuchern des Arenenbergs einen echten Mehrwert biete. Und Dominik Gügel meinte, die Gärten seien zwar schon immer da gewesen, aber bisher nicht ins öffentliche Bewusstsein gedrungen. Es sei an der Zeit, das zu ändern. Angesichts des Booms, den Gartenausstellungen erfahren, ist damit zu rechnen, dass die Arenenberger Gärten die Beachtung finden werden, die sie längst verdient haben. (id)

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