von arttv, 07.12.2020
An der Heimatfront

Ausstellung im Kunstmuseum Thurgau: Ein fotografischer Streifzug durch militärische Tabuzonen, wie sie weltweit existieren, aber kaum zugänglich sind. (Lesedauer: ca. 1 Minute)
Claudio Hils fotografierte jahrelang auf abgelegenen Arealen in Süddeutschland, zwischen Relikten der kriegerischen Vergangenheit, modernen Trainingshallen und bühnenhaft konstruierten Dörfern, Wohnzimmern und präparierten Flugzeugen. Es sind Orte, an denen von der Öffentlichkeit unbemerkt zukünftige Terroreinsätze und Katastrophenszenarien durchgespielt werden.
Fake oder Realität
In Claudio Hils Bildern ist der ‹Fake› auch Realität. Der Fotograf, Dozent und Kurator erzeugt eine Bilderwelt, in der Zeit- und Wirklichkeitsebenen ineinander verschachtelt sind und surreale Szenarien real werden. Idyllische Landschaften sind von bizarren Kulissen durchsetzt. Menschenpuppen und reale Menschen simulieren Tod und Gewalt. Strenge Linien zeichnen Übungsobjekte.
Für diese Orte und Situationen interessierte sich Claudio Hils (*1962) schon lange, bevor überall von «kritischer Infrastruktur» die Rede war. Seit Jahrzehnten reflektiert er politisch-gesellschaftliche Zusammenhänge in seiner Arbeit, insbesondere, wie sich Staatsgewalt, Krieg und Terror in meist verborgenen Räumen bewegen.
Die Ausstellung entstand als grenzüberschreitende Kooperation mit der Kreisgalerie Schloss Messkirch, wo die Ausstellung von Juli bis Oktober 2021 zu sehen ist. Das Kunstmuseum Thurgau hat mit der Kreisgalerie Schloss Messkirch gemeinsam eine umfangreiche Publikation herausgegeben.
Weiterlesen: Unsere Besprechung der Ausstellung findet ihr hier.

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