Seite vorlesen

16.12.2025

Zwei neue Gäste im Literaturhaus

Zwei neue Gäste im Literaturhaus
Ziehen bald ins Bodmanhaus ein: Maren Wurster und Andreas Sauter erhalten das Literaturstipendium des Bodmanhauses im nächsten Jahr. | © zVg

Die Thurgauische Bodman-Stiftung hat ihre Literaturstipendien für 2026 vergeben: Aus rund 90 Bewerbungen wählte die Jury Maren Wurster und Andreas Sauter aus. (Lesedauer: ca. 1 Minute)

Die Thurgauische Bodman-Stiftung hat für das Jahr 2026 zwei Literaturstipendien vergeben. Wie die Stiftung in einer Mitteilung bekanntgab, wurden aus knapp 90 Bewerbungen die deutsche Schriftstellerin Maren Wurster sowie der Schweizer Theaterautor und Regisseur Andreas Sauter ausgewählt. Die beiden erhalten damit die Möglichkeit, für jeweils zwei Monate im Bodmanhaus in Gottlieben zu wohnen und dort an literarischen Projekten zu arbeiten.

Zur Begründung der Jury hiess es, beide Stipendiat:innen seien professionell Schreibende mit einem breit angelegten literarischen Schaffen. Ihre eingereichten Projekte hätten sowohl formal als auch inhaltlich überzeugt. Das geplante Prosaprojekt von Maren Wurster sei autobiografisch motiviert und mit gesellschaftskritischen Fragestellungen verknüpft. In der Mitteilung wird ihr Vorhaben als literarisch anspruchsvoll beschrieben, da es existenzielle Fragen berühre und zugleich mit Elementen des Fantastischen sowie mit absurden und humoristischen Momenten arbeite.

Maren Wurster ist eine deutsche Schriftstellerin und Essayistin und lebt im Wendland. Sie veröffentlichte mehrere Romane, Erzählungen und Essays, in denen sie sich häufig mit Körperlichkeit, Geschlechterverhältnissen und gesellschaftlichen Machtstrukturen auseinandersetzt. Zu ihren bekanntesten Werken zählen die Romane „Das Fell“ und „Eine beiläufige Entscheidung“. 

Video: Maren Wurster liest aus ihrem aktuellen Roman

Einbruch der Wildnis in die Zivilisation

Der zweite Stipendiat, Andreas Sauter, ist ein Ostschweizer Dramatiker, Theaterautor und Regisseur. Er schrieb zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Drehbücher, die an deutschsprachigen Bühnen aufgeführt wurden. In seinen Arbeiten verbindet er oft politische, gesellschaftliche und poetische Fragestellungen. 

Andreas Sauter wolle sich während seines Aufenthalts einem Stoff widmen, an dem er bereits länger arbeite und der an eines seiner früheren Stücke anknüpfe, teilte die Stiftung weiter mit. Geplant sei ein fiktiver Bericht an der Schnittstelle von Natur und Gesellschaft, der den Einbruch der Wildnis in die westeuropäische Zivilisation thematisiere. Der Text solle unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und sowohl die romantische Verklärung der Wildnis als auch deren zerstörerisches Potenzial in den Blick nehmen.

Das „Literaturstipendium im Bodmanhaus“ richtet sich laut Mitteilung an professionelle Autorinnen und Autoren unabhängig von Alter und Nationalität. Es umfasst eine freie Unterkunft im Bodmanhaus sowie ein Stipendium von jeweils 8’000 Franken. Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus einer Vertreterin der Kulturstiftung Thurgau, einem Vertreter der Thurgauischen Bodman-Stiftung und der Leiterin des Literaturhauses St. Gallen zusammen. Ausgeschrieben wird das Stipendium vom Bodmanhaus beziehungsweise Literaturhaus Thurgau und gefördert von der Kulturstiftung des Kantons Thurgau.

Video: Schauspielerin Henriette Schmidt liest aus einem Theaterstück von Andreas Sauter

Kommentare werden geladen...

Kommt vor in diesen Ressorts

  • Literatur

Kommt vor in diesen Interessen

  • Kulturförderung
  • Belletristik

Werbung

Literaturwettbewerb «Das zweite Buch» 2026

Die Marianne und Curt Dienemann Stiftung Luzern schreibt zum achten Mal den Dienemann-Literaturpreis für deutschsprachige Autorinnen und Autoren in der Schweiz aus. Eingabefrist: 15. Juni 2026

Ähnliche Beiträge

Literatur

Verena Stefan forever

Vor 50 Jahren erschienen die „Häutungen“ von Verena Stefan. Im Literaturhaus Thurgau gab es dazu eine szenische Lesung mit „animierten Bühnenbild“ zum Werk der feministischen Autorin. mehr

Literatur

Wie ein Film, nur als Buch

Graphic Novels verbinden filmisches Erzählen mit Literatur. Eine Ausstellung in Konstanz zeigt bis 15. März, warum das Genre boomt – und wie Erinnerung in Bildern eindrücklich erzählt wird. mehr

Literatur

Der Fälscher, der um sein Leben malte

Im Spycher Scherzingen erzählt Patrick van Odijk von einem Fälscher, der Hermann Göring täuschte – und damit sein Leben rettete. Eine Lesung, die zeigt, wie nah Wahrheit und Betrug beieinanderliegen. mehr