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09.12.2012

Weihnachten in der Schlossboutique

Weihnachten in der Schlossboutique
"Wir bieten für alle etwas", sagt Stephanie Good in der Arenenberger Schlossboutique. (re oben) Die Verkäufsfläche des Arenenberger Museumsshops dehnt sich zurzeit bis aufs Schloss aus: Die Christbäume von Johann Wanner können erworben werden. | © Katrin Zürcher

Die Königin der Thurgauer Museumsshops ist die Boutique im Napoleonmuseum Arenenberg. Im Advent umfasst das Sortiment vor allem Weihnachts- und Geschenkartikel. Darunter sind zehn Designer-Christbäume, die zurzeit im Schloss ausgestellt sind.

Katrin Zürcher

Draussen vor den Sprossenfenstern fallen Schneeflocken auf die Buchsbaumeinfassung des Schlossgartens; am Horizont verschmilzt der Untersee blaugrau mit dem Winterhimmel. Drinnen brennen Kerzen, funkelt ein Christbaum, erklingt sanfte Weihnachtsmusik. An einem der drei Bistrotischchen sitzt eine Besucherin bei Kaffee und Ermatinger Nusstorte. Eine Kundin interessiert sich für den gläsernen Baumschmuck des Designers Johann Wanner: Bunte Kugeln und Herzen, glitzernde Engel und Vögel, silberne Trompeten. „Alle sind nach historischem Vorbild hergestellt, mundgeblasen und handbemalt“, sagt Stephanie Good. Sie ist als Leiterin der Administration des Napoleonmuseums verantwortlich für Laden und sieben Mitarbeiterinnen.

Wobei „Laden“ dem exquisiten Angebot von über 500 Artikeln auf 120 Quadratmetern Verkaufsfläche kaum gerecht wird. „Schlossboutique“ heisst es denn auch im Prospekt „Noël! Noël!“, mit dem das Museum für sein „Adventserlebnis der anderen Art“ wirbt. Noch bis zum 23. Dezember werden auf dem Salensteiner Napoleon-Hügel sonntägliche Kutschenfahrten und Kostümierungen angeboten, ein Konzert und ein franziskanischer Adventsgottesdienst, Adventsführungen im Schloss. Dort, im Schloss, empfängt die Besucher gleich nach dem Eingang ein imposanter, reich geschmückter Christbaum. Er passt in Farbe und Form zur blauweissen Tapete des Raums, die den Eindruck eines Zelts erwecken soll.

Vermächtnis von Kaiserin Eugénie

Auch die Räume im Obergeschoss des Schlosses sind mit Weihnachtsbäumen geschmückt. Spielsächelchen wie ein grünglänzender Froschkönig oder ein Äffchen hängen an der Tanne im Kinderzimmer, puderfarbene Kugeln und Rosen am Baum in den Gemächern von Kaiserin Eugénie. Die Gemahlin von Napoleon III. vermachte das Schlossgut Arenenberg im Jahr 1906 dem Kanton Thurgau mit der Auflage, das Schloss öffentlich zugänglich zu machen; seither ist es ein Museum. Alle zehn zurzeit im Schloss ausgestellten Lichterbäume stammen aus der Hand des Baslers Johann Wanner, der seine Kreationen auch schon ins Weisse Haus und in verschiedene europäische Adelshäuser lieferte. Sie können zu Preisen zwischen tausend und achttausend Franken erworben werden.

Wem das zu teuer ist, der findet Erschwinglicheres im Museumsshop – pardon, in der Schlossboutique: Der günstigste Artikel dort ist ein weisses Engelsflügelchen aus Satin und Federchen für einen Franken. Der teuerste ist ein brauner Schal aus Baby-Alpakawolle mit einem Besatz aus Waschbärenpelz. Er kostet 589 Franken und liegt in einer runden, spezialangefertigten Glasvitrine. Die runde Form findet sich in der ganzen Boutique: Über den freistehenden runden Präsentiertischen drehen sich grosse zylinderförmige Lampen, die mit historischen Ansichten des Arenenbergs bedruckt sind. Die Möbel sind in Weiss gehalten, was dem grosszügigen Raum mit dem Eichenholzparkett Leichtigkeit verleiht. Das Leichte und Runde seien gewollt, sagt Stephanie Good, die seit vier Jahren auf dem Arenenberg arbeitet und bei der Gestaltung des Shops vor zweieinhalb Jahren beteiligt war. „Königin Hortense hat den Arenenberg feminin gestaltet, das soll hier zum Ausdruck kommen.“

Shop und Café in einem

Femininen französischen Charme verströmen auch silberne Kleiderbürsten, Veilchenparfüm, Confiture d’hiver, Seidenschals oder eine Müeslischale mit der Aufschrift „Petit déjeuner de Reine“. Für Männer finden sich Armee-Sackmesser oder ein Schachspiel mit Napoleon-Figuren; Kinder freuen sich am historisch anmutenden Spielzeug wie Blechkreisel, Daumenkino, Anziehpüppchen zum Ausschneiden. Daneben gibt es Postkarten und Publikationen über den Arenenberg, der einst „Narrenberg“ hiess. Im Winter dient der Shop auch als Café, weil das Bistro Napoléon nur am Wochenende geöffnet ist. So kommen auch Leute vorbei, die nach einem Spaziergang einfach einen Kaffee trinken wollen. „Wir bieten für alle etwas“, sagt Stephanie Good, und man glaubt es ihr gern.

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Napoleonmuseum Thurgau, Schloss und Park Arenenberg, Salenstein

www.napoleonmuseum.tg.ch

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