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09.09.2026

Vom Thurgau ans MIT – und jetzt zum Forschungspreis

Vom Thurgau ans MIT – und jetzt zum Forschungspreis
Maximilian Stölzle wird mit dem Forschungspreis Walter Enggist 2026 ausgezeichnet. | © zVg

Der Arboner Wissenschaftler Maximilian Stölzle erhält den Forschungspreis Walter Enggist 2026 für seine Dissertation über weiche Robotik. Den Nachwuchspreis bekommt Gianna Zorzini.

Der Forschungspreis Walter Enggist 2026 geht an den Wissenschaftler Maximilian Stölzle. Der in Arbon aufgewachsene Maschinenbauingenieur wird für seine Dissertation über weiche Robotik ausgezeichnet. Stölzle ist heute als Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT) tätig.

Wie die Thurgauische Stiftung für Wissenschaft und Forschung in einer Medienmitteilung schreibt, seien auf die Ausschreibung des Preises erneut zahlreiche «sehr gute und thematisch vielfältige Arbeiten» eingegangen. Die unabhängige Beurteilungskommission unter dem Vorsitz von Sibylle Minder Hochreutener entschied sich für Stölzles Arbeit.

 

Mehr zum Wissenschaftspreis

Das Kompetenzbündel Thurgau Wissenschaft wurde 2012 ins Leben gerufen. Das Netzwerk vereinigt inzwischen 21 wissenschaftlich arbeitende Institutionen im Kanton Thurgau. Es macht ihre Arbeit im Thurgau sichtbar, indem es zum Beispiel im monatlichen Newsletter darüber berichtet. Im Jahr 2019 vergab das Kompetenzbündel Thurgau Wissenschaft erstmals den Forschungspreis Walter Enggist. Der Preis wird mit Mitteln finanziert, die das Amt für Archäologie und die Kantonsbibliothek Thurgau – beides Mitglieder des Kompetenzbündels Thurgau Wissenschaft – aus der Erbschaft des im Jahr 2016 verstorbenen Frauenfelders Walter Enggist zur Verfügung stellen.

Die Thurgauische Stiftung für Wissenschaft und Forschung wurde 1999 durch den Regierungsrat gegründet. Sie ist Trägerin von vier Thurgauer An-Instituten an den Konstanzer Hochschulen. Seit 2019 vergibt die Stiftung einen Nachwuchsforschungspreis, mit dem hervorragende Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses im Kanton Thurgau prämiert werden.

Robotik trifft Künstliche Intelligenz

In seiner Dissertation mit dem Titel «Safe yet precise soft robots: Incorporating physics into learned models for control» beschäftigt sich Stölzle mit der Frage, wie sich weiche Roboter präziser und zuverlässiger steuern lassen. Im Gegensatz zu klassischen Robotern bestehen diese nicht hauptsächlich aus starren Bauteilen. Sie können Kräfte abfedern, sich ihrer Umgebung anpassen und empfindliche Gegenstände vorsichtiger berühren. Gerade die Steuerung solcher Systeme gilt allerdings als Herausforderung.

Stölzle verbindet in seiner Arbeit Methoden der Robotik mit künstlicher Intelligenz. Nach Einschätzung der Jury ist seine Forschung deshalb «hochaktuell und von grosser Relevanz». Zudem gelinge es ihm, die Ergebnisse seiner Arbeit verständlich zu vermitteln.

 

Gianna Zorzini erhält den Nachwuchsforschungspreis der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung.

 

Mit der Auszeichnung würdigt die Kommission laut Medienmitteilung auch den bisherigen wissenschaftlichen Weg des jungen Thurgauers. Stölzle absolvierte die Matura an der Kantonsschule Romanshorn, studierte Maschinenbau an der ETH Zürich und promovierte an der Delft University of Technology. Anschliessend führte ihn sein Weg an das MIT.

Stölzle selbst bezeichnet den Preis als besondere Anerkennung für die gesellschaftliche Bedeutung seiner Forschung. «Der Preis bestärkt mich darin, diese Arbeit weiterzuführen und Grundlagenforschung mit realen Anwendungen zu verbinden», wird er in der Medienmitteilung zitiert. Das Preisgeld möchte er nach eigenen Angaben in ein neues Forschungsprojekt zum gemeinsamen Entwurf von weichen Robotern und Greifern investieren. Eine mögliche Anwendung sei etwa die schonende automatisierte Obsternte.

Nachwuchsforschungspreis für Gianna Zorzini

Der Nachwuchsforschungspreis der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung geht 2026 an Gianna Zorzini. Sie wird für ihre Dissertation «(Epi-)genetics of estrogen receptor genes and perinatal depressive symptoms» ausgezeichnet. Zorzini untersucht darin (epi-)genetische Marker der Östrogensensitivität und deren Zusammenhang mit depressiven Symptomen während der Schwangerschaft und im Wochenbett.

Die beiden Preise werden am Mittwoch, 16. September, im Rahmen einer öffentlichen Feier verliehen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Singsaal des Hauptgebäudes der Kantonsschule Frauenfeld. Für die Teilnahme ist gemäss der Stiftung eine Anmeldung erforderlich.

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