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von , 02.03.2014

Zoller zeigt Kartonskulpturen

Zoller zeigt Kartonskulpturen
Norbert Zoller beim Aufhängen seiner Objekte im „Löwen“ in Sommeri TG. Peter Gubser | © Peter Gubser

Werden die gestalteten und bemalten Kartons, ursprünglich als Verpackung verwendet, durch die Schüre und Fäden zusammengehalten, oder verschliesst sich dem Betrachter durch die Knoten ein wertvolles Inneres? Diese Frage stellt sich dem Betrachter der skulpturalen Kartonobjekte, die der Amriswiler Künstler Norbert Zoller einem breiten Publikum im „Löwen“ in Sommeri zeigen möchte.

Peter Gubser*

Weinkartons, Spaghettischachteln, Milchpackungen, was eben so übrig bleibt an Verpackungsmaterial, wurden zerschnitten, zusammengeklebt, bemalt und mit Schnüren umwickelt. Seit etwa einem halben Jahr beschäftigt sich Norbert Zoller mit verschiedensten Kartonverpackungen, suchte alte Schüre zusammen. Die inhaltliche Verbindung zum Paket und zur Verpackung wird in seinen Werken radikal eliminiert, zugunsten transparenter Konstruktionen. Risse bleiben sichtbar und verweisen so auf die Verletzlichkeit des Materials.
 
Entstanden sind Objekte aus Karton als gebrauchtes Material. Die Farbpalette ist reduziert und beschränkt sich vorwiegend auf weiss und schwarz, vereinzelt noch etwas rostrot. Blau und grün, von Zoller früher häufig verwendet, fehlt gänzlich. Wichtig ist dem Künstler eine gewisse Verfremdung des Materials durch die Farbe und so die Irritation der Wahrnehmung, die das Ausgangsmaterial in Frage stellt.
 
Die 31 Objekte stellt Zoller bewusst in einem Restaurant aus. Nicht nur Galeriebesucher sollen mit seiner Kunst konfrontiert werden. Ausserdem nehme man sich so mehr Zeit ein Objekt zu betrachten, vor dem Essen, nach dem Essen, während des Gesprächs. Allerdings würde er nicht in jeder Beiz ausstellen, aber der „Löwen“ in Sommeri mit seinen vielfältigen kulinarischen und kulturellen Angeboten und dem entsprechenden Publikum sei für ihn ein idealer Ort.
 
Überraschend sind die Bezeichnungen der einzelnen Werke. Während die einen schlicht als Wand- oder Schürobjekt bezeichnet werden, haben andere so prosaische Namen wie „Zarte Versuchung“ oder „Geschenkte Navette“.  Speziell ist auch die Preisgestaltung, die Zoller gewählt hat. Ein Gramm Kunst kostet einen Franken. Das heisst alle Objekte wurden gewogen und kosten nun je nach Gewicht zwischen 238 und 498 Franken.  

*Peter Gubser ist pensionierter Lehrer, SP-Kantonsrat und Arboner Stadtparlamentarier, Mitglied der Parlamentarischen Kommission Kultur und der Kulturkommission der Stadt Arbon, Ausdauersportler, engagiert sich für Kulturschaffende, Sportlerinnen und Sportler und für eine offene und soziale Gesellschaft.

***
Die Bilder hängen seit dieser Woche und noch bis Ende März.
Der „Löwen“ in Sommeri bei Amriswil ist von Mittwoch bis Sonntag täglich von 11 – 23 h geöffnet.

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