13.06.2015
Verbotene Liebe

Ein aufgeschütteter Steinhaufen am Ufer im Kreuzlinger Seeburgpark ist die Bühne für die Sommeraufführung „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ des See-Burgtheaters. Derzeit wird fleissig geprobt. Premiere ist am 9. Juli.
In Gottfried Kellers Version des Shakespeare-Klassikers wird die tragische Liebesgeschichte aufs Land verlegt, sie spielt in der Zeit um 1850. Die Liebenden heissen Vreneli (Anna Blumer) und Sali (Raphaël Tschudi). Dass sie nicht miteinander glücklich werden dürfen ist das Ergebnis eines erbitterten Nachbarschaftsstreits ihrer beiden verfeindeten Bauernfamilien.
Verbotene Liebe‘ immer aktuell
„Bei den Proben haben wir gemerkt, dass das Thema 'verbotene Liebe‘ auch im Jahr 2015 noch aktuell ist“, so Regisseurin Astrid Keller. „Fast jeder kennt ein Beispiel, wo ein Paar an den Ansprüchen der eigenen Familie oder an gesellschaftlichen Konventionen zerbrochen ist.“ Dass manche Verbindung nicht gut gehen kann, scheint teilweise wie vorherbestimmt.
Bäuerliche Gestalten mit Schürzen und Strickjacken im Kreuzlinger Seeburgpark. (Bild: See-Burgtheater)
Zwischen den jungen Hauptdarstellern stimmte die Chemie sofort. Anna Blumer, die gerade in Wien die Schaupielschule abgeschlossen hat, sieht in derben Wanderschuhen, Wollsocken und hellblauem Baumwollkleid aus wie ein waschechtes Landkind. „Für mich ist diese Hauptrolle eine schöne Herausforderung. Die Naturbühne am Wasser ist der aussergewöhnlichste Spielort, den ich kenne.“
Ihr Spielpartner Raphaël Tschudi ergänzt: „Das See-Burgtheater hat nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch unter Schauspielern einen guten Ruf. Es weht ein guter Geist hier am See.“ (pd/rom)
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"Romeo und Julia auf dem Dorfe", 9. Juli bis 6. August 2015, Seepark, Kreuzlingen.
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