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17.11.2011

Steckborn: Konflikt mit Heimatvereinigung

Steckborn: Konflikt mit Heimatvereinigung
Skizze der heutigen Nordfassade. | © www.turmhof.ch

Die Heimatvereinigung wehre sich gegen ein attraktives Museum. Es drohe ein Konflikt, befürchtet die Stiftung Turmhof. Dabei geht es um Fläche und Mietpreis.

Vergangene Woche habe die Heimatvereinigung den erstaunten Stiftungsrat der Stiftung Turmhof über einen Vorstandsbeschluss informiert, teilt Alex Bänninger, Mitglied des Geschäftsleitenden Ausschusses, mit. Die Vereinigung wolle das Museum im alten Stil weiter betreiben und hierfür nicht nur die heutigen Räumlichkeiten wie bisher gegen einen Mietzins beanspruchen, sondern sämtliche Stockwerke des Turmhofs, die ihr von der Stiftung unentgeltlich überlassen werden müssten. Diese Forderungen würden die finanziellen Möglichkeiten der Stiftung sprengen und eine kostspielige und zeitaufwendige Neuplanung verlangen. Seit der Stiftungsgründung stehe aber fest, dass der künftige Turmhof-Betrieb selbsttragend sein müsse. „Das gelingt nur, wenn sich kulturelle und wirtschaftliche Interessen die Waage halten.“

„Überrissene Vorstellung“

In einem nochmaligen Gespräch habe die Turmhof-Stiftung versucht, der Heimatvereinigung die Vorteile des eingereichten und von ihr ursprünglich genehmigten Projekts aufzuzeigen. „Leider beharrt der Vorstand der Heimatvereinigung auf seinen völlig überrissenen Vorstellungen. Er zieht seine Mitglieder nicht in eine offene Meinungsbildung ein, sondern will seine Forderungen mit allen Mitteln durchsetzen. Der bis anhin konstruktive Dialog könnte in eine öffentlichen Auseinandersetzung münden, was die Stiftung Turmhof ausserordentlich bedauert.“

Bisher kein Ausstellungskonzept

Zwar verringere sich die Ausstellungsfläche nach einem Umbau, räumt der Stiftungsrat ein, insgesamt würden auf lange Sicht aber für ein modernes Ortsmuseum beste Voraussetzungen geschaffen. Die Stiftung Turmhof und die Heimatvereinigung seien bei der Entwicklung dieser Lösung bis zur Baubewilligungsreife in einem fruchtbaren Dialog gestanden. Die Stiftung habe auch immer betont, auf zusätzliche Wünsche der Heimatvereinigung einzutreten, sofern diese ein neues Ausstellungs- und Betriebskonzept vorlege. Dies verlange im Übrigen auch der Regierungsrat als Voraussetzung für einen Beitrag aus dem Lotteriefonds. Ein solches Konzept habe die Heimatvereinigung bis heute aber nicht unterbreitet. Zudem sei sie seit Stiftungsgründung im Stiftungsrat vertreten und habe das Bauprojekt mitgetragen.

Umfrage auf Webseite

Auf www.turmhof-museum.ch hat die Vereinigung eine Umfrage zuhanden der Jahresversammlung im vergangenen Mai platziert. Darin kommt unter anderem der Wunsch nach Beibehaltung der heutigen Fläche zum Ausdruck. Eine Antwort lautet: „Die ,Zugeständnisse‘ an die Stiftung Turmhof lässt den Schluss zu, dass das ,Museum‘ im Stiftungsrat schlecht vertreten war!“ Neu im Stiftungsrat vertreten ist die Heimatvereinigung seit diesem Jahr mit Peter Imhof als Nachfolger des ehemaligen Präsidenten Hans Peter Hausammann.

Bestätigen könne er, sagt der Präsident Heimatvereinigung Peter Röthlisberger gegenüber der "Thurgauer Zeitung", dass der Grund für die Auseinandersetzungen die Reduktion der Ausstellungsfläche für das Museum und die Mietzinsvorstellungen des Stiftungsrats seien. «Für einen Drittel der heutigen Fläche sollen wir künftig fast das Dreifache bezahlen.» Diese Preisvorstellung sei dem Vorstand erst kürzlich präsentiert worden. (ho)

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