08.05.2019
Erzählcafé: Lebensgeschichten gesucht

Die Arbeit in der Thurgauer Industrie war bis Mitte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Was haben Frauen und Männer in der Fabrik erlebt? Dazu will das Historische Museum jetzt ins Gespräch mit den Menschen kommen. Beim Erzählcafé am 16. Mai ist Platz für Alltagsgeschichten.
Die Arbeit in der Textilindustrie, im Maschinenbau oder in der Nahrungsmittelverarbeitung hat das Leben von Generationen geprägt. Bis in die 1970er-Jahre verdiente die Hälfte der Thurgauer Bevölkerung ihren Lebensunterhalt in der Industrie. Um die Erinnerungen dieser Menschen an den Alltag in der Fabrik zu bewahren, lädt das Historische Museum Thurgau am Donnerstag, 16. Mai, zum Erzählcafé ein. Anlass für das neue Format des Museums ist ein Versäumnis früherer Geschichtsschreibung: Die Stimme der Belegschaft von industriellen Betrieben zählte in der Vergangenheit wenig. «Ein Versäumnis, denn gerade die Erinnerungen dieser Frauen und Männern tragen dazu bei, die Geschichte der Industrie aufzuarbeiten», schreibt das Museum in einer Medienmitteilung. Am Erzählcafé vom Donnerstag, 16. Mai, um 14 Uhr sollen Menschen zu Wort kommen, die in der hiesigen Industrie tätig waren.
Geschichten aus dem Fabrikalltag
Ehemalige Fabrikarbeiterinnen und -arbeiter, Industrieangestellte, Patrons und Unternehmerinnen sind eingeladen, an der lockeren Gesprächsrunde teilzunehmen, Fotos mitzubringen und aus ihrem Berufsleben zu erzählen. «Selbst vermeintlich unwichtige Erfahrungen sind für die Geschichtsschreibung bedeutungsvoll», schreibt das Museum in einer Medienmitteilung. Historikerin Petra Hornung moderiert das Erzählcafé. Im Anschluss offeriert das Historische Museum Thurgau Kaffee und Gebäck und es besteht die Möglichkeit, sich weiter auszutauschen.
Der Anlass findet statt im Schloss Frauenfeld. Der Eintritt ist frei, die Anmeldung erfolgt via E-Mail historisches.museum@tg.ch oder Telefon 058 345 73 80.
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