21.12.2016
Kunst und Kultur an der PMS

87 Schülerinnen und Schüler der Pädagogischen Maturitätsschule (PMS) Kreuzlingen präsentierten die Ergebnisse von einen Jahr Forschung. 24 der Arbeiten hatten einen künstlerischen Schwerpunkt.
Zwölf Monate haben Maturanden Zeit, sich mit einem Thema intensiv zu befassen, es theoretisch zu beschreiben, gegebenenfalls praktisch umzusetzen und schliesslich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Verständlich, dass sie sich ein Gebiet aussuchen, für das sie sich ohnehin interessieren. Und da die PMS grossen Wert auf die musischen Fächer legt, ist es wohl auch kein Wunder, dass sich viele der Schüler mit bildender Kunst, Musik, Literatur, Tanz oder Theater auseinandersetzten.
Kendra Alder beispielsweise begleitete das Herisauer Kleintheater „Alte Stuhlfabrik" bei seinem Neustart, nachdem ihre Eltern es übernommen hatten. „Ich habe dadurch natürlich einen persönlichen Bezug zum Theater bekommen", sagt sie. Nach ihrer Untersuchung kann sie ihren Eltern Hoffnung machen: „Es ist eine grosse Herausforderung, finanzielle Unterstützung für die Alte Stuhlfabrik zu bekommen, aber der Standort ist gut. Die Bevölkerung ist überzeugt davon, dass es einen Kulturort in Herisau braucht. Wenn das Angebot gut ist, kommen die Menschen."
Marco Kummer ist seit früher Jugend ein begeisterter Tänzer. Für seine Arbeit lernte er „Popping Dance", der mit Breakdance, Pantomime und Hip-Hop verwandt ist. Marcos Maturaarbeit bestand nicht nur in der schriftlichen Arbeit, sondern auch in der Choreografie, die er innerhalb von sechs Monaten einstudiert hatte und nun vorführte.
Neues Instrument erfunden
Alexandra Oswald begeisterte sich für den Bau eines neuartigen Blasinstruments, einer Mischung aus Alphorn und Saxophon. Rund 250 Stunden hat sie für die Entwicklung ihres Prototyps investiert, bis sie bei der Präsentation dann tatsächlich das Thurgauerlied intonieren konnte. Für die theoretischen Grundlagen konnte sie auf Erkenntnisse aus der Physik oder dem Instrumentenbau zurückgreifen, doch als sie konkret vor der Frage stand, wo sie Löcher in den selbstgebauten Korpus des Instruments bohren sollte, musste sie improvisieren. „Es gibt keine Formel dafür. Ich habe es einfach ausprobiert und manche Löcher später wieder zugeflickt." Auch bei der Klappenmechanik gab es Rückschläge: „Nach 15 Stunden Arbeit stellte ich fest, dass die Drähte zu kurz waren. Ich musste vor vorne anfangen." Umso beeindruckter war nun das Publikum vom Ergebnis.
Lilli Stuhlmann tritt nach ihrer Maturapräsentation vor Schulkollegen und Eltern auf. Bild: PMS
Auch Rektor Lorenz Zubler zeigte sich beim Apéro nach den Präsentationen beeindruckt: „Die Themenvielfalt bei den Maturaarbeiten ist bemerkenswert. Und besonders schön finde ich es, dass Schülerinnen des Jahrgangs selbst für den feierlichen Rahmen sorgen." Belinda Portmann und Lilli Stuhlmann – beide schon erfahren in Live-Auftritten - zeigten beim „Schlusspunkt" in der Aula jeweils Ausschnitte aus ihren musikalischen Programmen. (tgk)
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