von Hanspeter Schär, 21.04.2013
Imposant und jubiläumswürdig

Das Jubiläumskonzert des Männerchors Harmonie Kreuzlingen bildete einen wichtigen Schwerpunkt innerhalb der vielschichtigen Aktivitäten rund um den 150. Geburtstag dieses Traditionsvereins. Was am letzten Samstagabend an Instrumentalem und Vokalem auf der Bühne des Dreispitzsaales geboten wurde, darf sicher mit Fug und Recht als imposant und als jubiläumswürdig bezeichnet werden.
Hanspeter Schär
Das zweiteilige Programm umfasste neben berühmten Opernchören Auszüge aus Orffs berühmter Carmina Burana. Zur Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgaben verstärkte sich der jubilierende Verein für die Opernchöre mit den Männerstimmen des Bachchores Konstanz und dem Männerchor Ermatingen, währenddem in Orffs monumentalem Klanggemälde dann auch die Frauen des Bachchores noch eine wichtige Funktion hatten.
Die in Kreuzlingen jederzeit gerne gesehene und gehörte, gut disponierte Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz gab dem Ganzen den notwendigen Klangrahmen. Die Programmfolge wurde durch den ausdrucksstarken Sopran von Jeannette Wernecke, Joaquin Asiain´s hellklaren Tenor und den schalkhaften Georg Gädker, Bariton, die als opernerprobte Gesangssolisten mitwirkten, wohltuend aufgelockert.
Mitmachen empfohlen
Wie gewohnt leitete Claus Cunter Biegert, der Dirigent der drei Chöre, diese grosse Musikergemeinschaft erfolgreich, souverän und mit grosser Präsenz.Die vielen bestens bekannten Melodien aus der Romantik luden das dankbare Publikum beinahe zum Mitsingen ein. Ob Pilgerchor, Priesterchor, Jägerchor, wer hätte sich dieser immer wieder aufs Neue hinreissenden Musik verschliessen können? All denen, die das Mitsingen fast nicht lassen konnten sei empfohlen, sich bald bei einem der teilnehmenden Gesangsvereine zu melden!
Gratulation!
Besondere Erwähnung verdient die grosse Leistung der Sänger, was den umfangreichen lateinischen Text in der Carmina Burana betrifft. Das elementar Rhythmische, das diese Musik so entscheidend prägt, steht und fällt mit des Sängers Artikulation. Da ist viel Arbeit, Üben und Mühe vorausgegangen. Trotzdem wurde da und dort sicht- und hörbar, dass der Text eine anspruchsvolle Sache ist. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Gratulation! Im aufwendig und grosszügig gestalteten Programmheft konnte man alle Texte mitverfolgen und zudem erfuhr man viel Spannendes zu den einzelnen Werken.
Der verdiente, langanhaltende Schlussapplaus erfüllte die wohl allgemein präsente Hoffnung, dass Verdis berühmter Gefangenenchor aus Nabucco nochmals mit allen Mitwirkenden den Schluss dieses denkwürdigen Konzertes bilden sollte. Dem Männerchor sei ein herzliches „Fortuna“ zugerufen und für die Zukunft gewünscht, dass nach dieser Herkulesaufgabe auch wieder Zeit und Musse für „in taberna sumus et cantemus“ bleibe.
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