15.07.2014
Freisitz wird restauriert

Die Denkmal Stiftung Thurgau hat 2013 die historisch bedeutungsvolle Liegenschaft Freisitz Tägerschen gekauft mit dem Ziel, sie in den kommenden Jahren zu restaurieren und einer Nutzung zuzuführen. Dies teilt die Denkmalpflege des Kantons mit. Nach erfolgten Ausräum- und Freilegungsarbeiten wurde das Gebäude vermessen, untersucht und erforscht. Dabei sind interessante Befunde und Erkenntnisse zur Baugeschichte und zur Konstruktion dieses historischen Gebäudes zutage getreten. Gemäss „Thurgauer Zeitung“ soll die Sanierung 2 Millionen Franken kosten.
Um 1400 erstellt
Der Freisitz Tägerschen ist ein herrschaftlicher ummauerter Landsitz mit langer Geschichte. Das stattliche Gebäude geht auf einen um 1400 erstellten zweigeschossigen Speicherbau zurück, wie die dendrochronologische Datierung der zentralen Eichenholzsäule gezeigt hat. 1547 wird es zum Freisitz, einem von Lehenspflichten und Abgaben freien Bauerngut, erklärt. 1616 wird es zum Wohnhaus barocker Art unter dem heutigen Dachstuhl ausbaut, 1688 westseitig erweitert. Eine Kapelle, Scheunen, Hofstatt, Kräuter- und Baumgarten ergänzen das von einer Ringmauer umschlossene Ensemble.
Von 1806 bis 1840 ist die Liegenschaft Wohnsitz des Oberamtsmanns (Bezirksgerichtspräsident) und Bezirksstatthalters des Bezirkes Tobel. 1878 wird eine Mechanische Stickerei eingerichtet, und die ehemalige Sennerei zur Käserei mit Schweineställen ausgebaut.
Restaurierung
Im Frühjahr wurden die Schweineställe abgebrochen und dem Freisitz Tägerschen somit sein grosszügiger Umschwung wieder zurückgegeben. Aktuell wird vom Fassadengerüst aus das historische Mauerwerk untersucht. Dabei sind Fassadenmalereien und der Ansatz der ehemaligen Kapelle zutage getreten. Die Vorbereitungsarbeiten zur statischen Sanierung und zur Dachsanierung sind im Gange. Bald soll das Gerüst bis zum Dach ergänzt und mit einem Notdach versehen werden, damit das originale Dach von 1616 fachmännisch saniert und neu gedeckt werden kann. (id/red)
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