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17.06.2025

Eintauchen in neue Gebiete

Eintauchen in neue Gebiete
Zeit zum eintauchen und recherchieren: Zehn Kulturschaffende erhalten je ein Recherchestipendium der Kulturstiftung. | © Canva

Zehn Kulturschaffende erhalten ein Recherchestipendium der Kulturstiftung des Kantons Thurgau – Zeit, aufzubrechen, in neue Themen einzutauchen, zu recherchieren. (Lesedauer: ca. 1 Minute)

Aus insgesamt 54 Bewerbungen musste die fünfköpfige Fachjury der Kulturstiftung des Kantons Thurgau Ende April auswählen. Zehn Kulturschaffende hat sie bestimmt, die je ein Recherchestipendium erhalten werden. 

Die Auswahl umfasst ein breites Spektrum zeitgenössischer künstlerischer Ausdrucksformen, von den Darstellenden Künsten bis hin zur Musik, visueller Kunst und kuratorischer Praxis, teilte die Kulturstiftung mit. Die Jury – besetzt aus dem Stiftungsrat mit Esther Eppstein, Lea Moro und Micha Seidenberg sowie der Geschäftsstelle mit Stefan Wagner und Gabriela Steiger – berücksichtigte insbesondere das künstlerische Potenzial und die Relevanz der Recherche im Rahmen der jeweiligen künstlerischen Biografien.

Dabei hat die Kulturstiftung auch ein besonderes Augenmerk auf die nächste Generation Kunstschaffender gelegt. Auch vor allem diesen sollen die Stipendien Anstoss geben, ihre Ideen mit Kraft und Überzeugung voranzutreiben.

Das sind die ausgewählten Kunstschaffenden

Folgende Kunstschaffende haben ein Recherchestipendium erhalten:

  • Ariane Andereggen verbindet Schauspiel, Performance und Medienkunst zu einer kraftvollen künstlerischen Sprache jenseits fester Genregrenzen. Sie spielt häufig mit den Dimensionen zwischen politischer Aktion und Kunst – ob auf der Bühne, im Video oder in der Zeichnung.
  • Dario Bossy arbeitet als Künstler:in und digitale Designer:in und befragt gesellschaftliche Normen durch Interaktion und Immersion. So erkundet er Räume zwischen und ausserhalb der Künste, Technologie und Design.
  • Claude Bühler ist Künstlerin, Fotografin und Klangforscherin, deren Praxis zwischen Bild, Ton und gesellschaftlichem Wandel oszilliert. Sie versucht starre Strukturen aufzubrechen und dadurch zum Katalysator für persönliche und gesellschaftliche Veränderungen zu werden.
  • Liv Burkhard konzentriert sich in ihren Werken auf die Beziehung zwischen Erinnerung, Identität und Eskapismus. In fotografischen und filmischen Erzählungen erkundet sie die Grenzen zwischen Realität und Simulation, Intimität und Distanz sowie Vergangenheit und Gegenwart.
  • Miriam Edmunds ist Kuratorin, Fotohistorikerin sowie Historikerin. Sie beschäftigt sich mit soziopolitischen und kulturellen Fragestellungen und befragt den Tokenismus in der Kulturszene.
  • Ricardo Meli setzt sich mit Skulptur und Installation über die Beziehung von Mensch und Maschine auseinander. Seine technischen Kenntnisse aus seinem Erststudium als Maschinenbaukonstrukteur sind an seinen Werken erkennbar.
  • Anna von Siebenthal untersucht in ihren Werken alltägliche Materialien und Situationen und greift dabei Themen wie Einsamkeit, Selbstzweifel und Neuanfang auf. Sie wechselt in ihrer Ausdrucks- und Darstellungsweise zwischen Installationen, Fotografien, Performance und Videos.
  • Noam Szyfer ist Gitarrist, Perkussionist, Komponist und Musiklehrer mit langjähriger Bühnenerfahrung. Er verbindet musikalische Vielschichtigkeit mit analytischer Präzision und untersucht die Gemeinsamkeiten von Mathematik und Musik.
  • Elia Zahnd thematisiert existenzielle Fragen und nutzt nihilistische Perspektiven, somatische Praxis und subkulturelle Einflüsse zur Entwicklung neuer Bewegungsformen, die Wahrnehmung und Zugehörigkeit befragen. Als noch junger Tänzer ist er bereits europaweit auf renommierten Bühnen zu sehen.
  • Basil Zecchinel entwickelt facettenreiche, kollaborative Theaterarbeiten, die sich mit gesellschaftspolitischen Fragen und zeitgenössischen Narrativen auseinandersetzen. Seine Regie zeichnet sich durch interdisziplinäre Ansätze aus. 2025 debütierte er als Hörspielautor.

Frische Blicke für neue Themen

Die Beiträge versteht die Kulturstiftung nicht nur als finanzielle Unterstützung, sondern vor allem auch als Bekenntnis zur künstlerischen Entwicklung, zur Neugier, zur Forschung und zum Mut, das Ungewisse zu erforschen.

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